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Wahlen

Großstädte in Bayern melden höhere Wahlbeteiligung

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Nürnberg (dpa/lby) - Bei der Bundestagswahl zeichnet sich in Bayern eine deutlich höhere Beteiligung ab als 2013. In den meisten größeren Städten im Freistaat berichteten Wahlämter am Nachmittag von teils weitaus mehr Urnengängern als vor vier Jahren - damals hatten am Ende so wenige abgestimmt wie nie zuvor. Zugleich haben heuer viele ihr Kreuz schon vorher gemacht: Es gab ein deutliches Plus bei den Briefwählern.

Besonders groß war das Interesse in München. Bis 16.00 Uhr gaben in der Landeshauptstadt einschließlich Briefwahl 79,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab - vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkte erst 63,2 Prozent. Ein Sprecher des Münchner Kreisverwaltungsreferats zeigte sich am frühen Nachmittag erfreut. "Es gehen sehr viele Menschen an die Wahlurnen", sagte er. Hinzu komme die hohe Beteiligung an der Briefwahl. Nach Behördenangaben lag der Anteil der Briefwähler in München bei der letzten Bundestagswahl bei 31,4 Prozent - diesmal sandten 33,5 Prozent der Wahlberechtigten ihren Wahlschein zurück.

Auch aus Nürnberg meldete das Wahlamt ein relativ hohe Beteiligung: Bis 14.00 Uhr wählten inklusive Briefwahl 47,7 Prozent der Wähler - 2013 waren es 41,9 Prozent. "Wir haben eine Reihe von Events in Nürnberg und es könnte sein, dass der ein oder andere früher zum Wählen gegangen ist, damit er später zu einer Veranstaltung kann", sagte Kreiswahlleiter Wolf Schäfer. Gleichwohl habe es bei der Briefwahl heuer einen Rekord gegeben. Rund 93 000 Wahlscheine seien ausgestellt worden, von denen mehr als 90 Prozent zurückgekommen seien. 2013 waren es noch etwa 80 000.

In Augsburg machten bis 16.00 Uhr 58,1 Prozent der Wähler im Wahllokal ihr Kreuz, vor vier Jahren waren es zur gleichen Zeit 46,9 Prozent, wie das Wahlamt mitteilte. Größer als 2013 war das Interesse auch in Regensburg. Dort gaben bis 16.00 Uhr inklusive Briefwahl 70,3 Prozent der Wähler ihre Stimme ab - vor vier Jahren waren es 59,6 Prozent. "Die Urnengänger waren fleißiger als vor vier Jahren", sagte ein Sprecher des Wahlamts. In Würzburg gaben bis 15.00 Uhr 29,9 Prozent der Wähler ihre Stimme ab - 2013 waren es 27,8 Prozent.

Die hohe Beteiligung im Freistaat spiegelt ähnliche Trends aus anderen Bundesländern wider. Bei der Bundestagswahl 2013 lag die Beteiligung in Bayern am Ende bei 70,2 - ein Negativrekord. Damals kam die CSU auf 49,3 Prozent der Zweitstimmen. Die SPD erreichte 20,0 Prozent, die Grünen holten 8,4 Prozent, die FDP 5,1 Prozent, die AfD 4,3 Prozent, die Linke 3,8 Prozent und die Freien Wähler erzielten 2,7 Prozent.

Rund 9,5 Millionen Menschen im Freistaat können bei der Bundestagswahl heute ihre Stimmen abgeben. Damit kommen etwa 15 Prozent aller Wahlberechtigten (61,5 Millionen) aus Bayern, das hinter Nordrhein-Westfalen bundesweit den zweiten Rang einnimmt.

Neben der Bundestagswahl entscheiden in 20 bayerischen Kommunen die Bürger am Sonntag auch über Landräte und Bürgermeister.