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Regierung - Hannover

Landeschefs tun sich schwer mit Berliner Politikbetrieb

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Osnabrück (dpa) - Begeisterung für die Hauptstadt sieht anders aus: Die Regierungschefs aus Norddeutschland fremdeln mit dem Berliner Politikbetrieb - und sehnen sich nach Terminen dort vor allem nach der Heimat. "Es gibt relativ viel Rauch für relativ wenig Feuer", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zum Berliner Politikstil. Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) betonte, Weil habe "keineswegs ein Alleinstellungsmerkmal damit, dass er immer wieder froh ist, aus Berlin zurück zu sein".

Der Christdemokrat erklärte: "Ich bin gerne dort, aber auch nur, weil ich weiß, dass ich schnell zurück sein kann." In Schleswig-Holstein würden Unterschiede nicht als Schwäche, sondern als Stärke definiert. "Berlin müsste deutlich anders werden, damit mich das reizen könnte", sagte Günther. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin und SPD-Vize Manuela Schwesig erklärte, es gefalle ihr gut, im Land gestalten und zugleich im Bund Einfluss nehmen zu können - "vor allem, wenn man in der Tat immer wieder nach Schwerin zurückfahren kann".

Es sei in Berlin "wesentlich schwerer, Politik in der Sache zu machen", sagte Schwesig. Weil wiederum erklärte zur aus seiner Sicht sachlicheren Politik in Niedersachsen: "Wir streiten uns nur dann, wenn es in der Sache notwendig ist." Das komme dem Naturell der Menschen im Norden entgegen.