Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 18°

Regierung - Hannover

Fracking: Althusmann will Probebohrungen nicht ausschließen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) ist von der bisherigen Haltung des Landes abgerückt, Probebohrungen zum Fracking in unkonventionellen Lagerstätten auszuschließen. "Die vorherige Landesregierung hatte einen Beschluss gefasst, Pilotprojekte für unkonventionelles Fracking nicht zuzulassen. Diesen Beschluss hält der Wirtschaftsminister nicht aufrecht", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Mittwoch. Widerstand gegen den Kurswechsel kommt von Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Beim Fracking wird mit Quarzsand und Chemikalien vermischtes Wasser unter hohem Druck ins Gestein gepresst, um Erdgas zu gewinnen. Eine Änderung der Bundesgesetzgebung von 2016 verbietet das Fracking in unkonventionellen Lagerstätten wie Schiefer- oder Tongestein. Zu wissenschaftlichen Zwecken darf es jedoch bundesweit vier Probebohrungen geben - aber nur, wenn die betroffenen Bundesländer zustimmen.

Die vorherige rot-grüne Landesregierung hatte beschlossen, eine Probebohrung nicht zuzulassen. Umweltminister Lies bleibt dabei. "Der jetzige Umweltminister und frühere Wirtschaftsminister möchte an dem politischen Beschluss, so wie er damals gefasst worden ist, festhalten", sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums.

Das Wirtschaftsministerium dagegen verwies auf die geltende Bundesgesetzgebung. Ein pauschaler Ausschluss von Probebohrungen in unkonventionellen Lagerstätten sei rechtlich fragwürdig. Ein Sprecher von Althusmann sagte, sollte es das Anliegen geben, Niedersachsen zum Standort einer Probebohrung zu machen, werde die Landesregierung dies eingehend prüfen und habe weiterhin das Vetorecht.