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Mays Rede in Florenz

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Die britische Premierministerin Theresa May nach ihrer Rede. Foto: Alessandra Tarantino

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Florenz (dpa) - Die britische Premierministerin Theresa May hat am Freitag die Positionen ihrer Regierung zum Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union dargelegt. Es folgen Passagen aus Mays Rede in Florenz in einer Übersetzung:

Zur Entscheidung für den Brexit:

"Wir mögen zwar die Europäische Union verlassen, aber wir verlassen nicht Europa."

"Unsere Entschlossenheit, die Stabilität, Sicherheit und den Wohlstand von unseren europäischen Nachbarn und Freunden zu verteidigen bleibt aufrecht. Und wir werden dies als souveräne Nation tun, in der die Menschen Großbritanniens das Heft in der Hand haben."

"Das starke Bedürfnis der Menschen Großbritanniens, selbst die Kontrolle zu haben und nach der direkten Verantwortlichkeit ihrer Politiker ist ein Grund, warum sich das Vereinigte Königreich während der gesamten Zeit seiner Mitgliedschaft nie richtig in der EU zu Hause gefühlt hat."

"Während der Austritt des UK aus der EU unweigerlich ein schwieriger Prozess ist, ist es in unser aller Interesse, wenn unsere Verhandlungen erfolgreich sind... daher glaube ich, wir teilen einen tiefen Sinn von Verantwortung, damit diese Veränderung reibungslos und vernünftig funktioniert."

May zu den Rechten von EU-Bürgern in Großbritannien:

"Es war und ist eines meiner wichtigsten Ziele in diesen Verhandlungen, sicherzustellen, dass Sie ihr Leben wie bisher weiterleben können."

"Ich möchte deutlich machen, dass die Garantie, die ich für Ihre Rechte abgebe, echt ist... Aber ich weiß, dass es Befürchtungen gibt, dass sich die Rechte von EU-Bürgern im UK und UK-Bürgern im Ausland mit der Zeit auseinanderentwickeln können. Ich will unser Abkommen vollständig in das Recht des Vereinigten Königreichs integrieren und sicherstellen, dass die britischen Gerichte sich direkt darauf beziehen können. Wo es Unsicherheiten über das zugrunde liegende EU-Recht gibt, möchte ich, dass die britischen Gerichte die Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes berücksichtigen, um eine konsistente Interpretation zu gewährleisten."

May zu einer neuen wirtschaftlichen Partnerschaft:

"Unsere Aufgabe wird es sein, neue Rahmenbedingungen zu finden, die eine enge wirtschaftliche Partnerschaft zulassen, aber die Rechte und Verpflichtungen in einem neuen und anderen Gleichgewicht halten."

"Ein Weg, sich dieser Frage zu nähern, ist eine starre und fantasielose Wahl zwischen zwei Modellen: Entweder basierend auf einer Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum oder ein traditionelles Freihandelsabkommen, so wie es die EU kürzlich mit Kanada abgeschossen hat. Ich halte keine dieser Optionen für die beste für das UK oder die EU.

Eine EWR-Mitgliedschaft würde bedeuten, dass das Vereinigte Königreich zu Hause - automatisch und vollständig - neue EU-Regeln übernehmen muss. Regeln, bei denen wir in Zukunft wenig Einfluss und keine Stimme haben werden. Ein solcher Verlust von demokratischer Kontrolle würde für die Menschen Großbritanniens nicht passen."

"Ein Freihandelsabkommen im Stile Kanadas...würde - verglichen damit, was es derzeit zwischen der EU und Großbritannien gibt - eine solche Einschränkung in unseren gegenseitigen Marktzugängen darstellen, dass es keiner unserer Wirtschaften nützen würde."

May über die Umsetzung nach dem 29. März 2019:

"Es ist eine Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt weder das UK noch die EU und ihre Mitgliedstaaten in der Lage sein werden, die vielen detaillierten Abmachungen reibungslos umzusetzen."

"...Eine Übergangsphase wäre in beiderseitigem Interesse, daher schlage ich vor, dass es eine solche Phase geben sollte, nachdem das Vereinigte Königreich die EU verlässt."

"Während dieser Übergangsphase, wird es weiter für Menschen möglich sein, ins Vereinigte Königreich zu kommen und dort zu arbeiten, aber es wird ein Registrierungs-System geben - eine essenzielle Vorbereitung auf die neue Ordnung."

"Nach heutigem Stand deuten die Überlegungen auf eine Übergangsphase von etwa zwei Jahren hin."

May zum EU-Budget:

"Ich möchte nicht, dass unsere Partner befürchten, dass sie nun aufgrund unserer Entscheidung auszutreten, für den Rest der derzeitigen Budgetperiode mehr bezahlen oder weniger erhalten. Das Vereinigte Königreich wird seine Verpflichtungen erfüllen, die wir während unserer Mitgliedschaft eingegangen sind."

May zur Zukunft Großbritanniens:

"Ich bin sicher, dass Großbritanniens Zukunft glänzend ist. Unsere fundamentalen Stärken sind beträchtlich: ein weltweit respektiertes Rechtssystem; eine große Offenheit für Investitionen aus dem Ausland; Enthusiasmus für Innovation; es ist einfach Geschäfte zu machen; einige der besten Universitäten und Forscher, die es gibt; ein außerordentliches nationales Talent für Kreativität und einen unbeugsamen Geist."