Hilfsorganisationen

Zahl der Naturkatastrophen sinkt 2013 auf Zehn-Jahres-Tief

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Genf (dpa) - Die Zahl der Naturkatastrophen ist im vergangenen Jahr so niedrig gewesen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das geht aus dem "Weltkatastrophenbericht 2014" hervor, den die Föderation der Rotkreuz- und Roter-Halbmond-Gesellschaften (IFRC) in Genf veröffentlichte.

Demnach wurden im vergangenen Jahr 337 Naturkatastrophen gezählt, fast die Hälfte des Höchststandes 2005. Die Zahl der Toten lag bei 22 452 und damit deutlich unter dem Durchschnitt des Jahrzehnts von 97 954 Opfern.

Am meisten Menschen kamen demnach bei Überschwemmungen um, gefolgt von Stürmen. Die beiden größten Naturkatastrophen waren der Taifun "Haiyan", der im November 2013 auf den Philippinen 7986 Menschen tötete, gefolgt von den Überschwemmungen infolge des Monsuns im Juni in Indien mit 6054 Todesopfern.

Ebenfalls erfasst wurden die Toten bei technischen Katastrophen. Auch hier lag die Zahl mit 6711 deutlich unter dem Schnitt des Jahrzehnts. Die meisten Opfer gab es beim Einsturz eines Gebäudes mit Textilfabriken in Bangladesch, wobei 1127 Menschen starben.

Mit mehr als zehn Milliarden Euro richteten die Überschwemmungen von Ende Mai bis Anfang Juni 2013 den höchsten Schaden in Deutschland an.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Katastrophenberichts steht die Frage, welche Rolle der kulturelle Hintergrund spielt, wenn Menschen von Katastrophen betroffen sind, und wie dieser genutzt werden kann, um sie besser davor zu schützen. "Wir neigen dazu anzunehmen (oder zu hoffen), dass die Menschen, die wir unterstützen wollen, der gleichen Logik und Vernunft folgen wie wir", schreibt IFRC-Generalsekretär Elhadj As Sy im Vorwort. Dies sei jedoch nicht immer der Fall.

Der Bericht behandelt unter anderem, wie Regierungen, Behörden und Hilfsorganisationen damit umgehen, wenn Menschen etwa Überschwemmungen oder Vulkanausbrüche als Strafe eines zürnenden Gottes ansehen. Der kulturelle Hintergrund beeinflusse aber auch, inwieweit bestimmte Gruppen Risiken ausgesetzt seien. So würden Menschen etwa wegen ihres ethnischen Hintergrunds oder ihres Geschlechts oft größeren Gefahren ausgesetzt oder hätten nach Katastrophen schlechteren Zugang zu Hilfe.