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Brände - Frankfurt am Main

Ermittlungen nach Kita-Brand: "Häufigkeit auffällig"

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Nach dem Brand einer Frankfurter Kindertagesstätte mit Millionenschaden ermittelt die Polizei wegen schwerer Brandstiftung. Über die Hintergründe wollte sich eine Sprecherin am Montag nicht äußern. "Das ist bislang nur ein Verdacht", sagte sie. Die Feuerwehr bezifferte den Schaden auf rund 1,5 Millionen Euro. Die Kita gehört zu einer Freien Waldorfschule im Stadtteil Dornbusch. Bei dem Gebäude handelte es sich um einen Holzbau - auch der vor eineinhalb Wochen in Flammen aufgegangene Goetheturm im Stadtwald war aus Holz. Auch in diesem Fall wird wegen Brandstiftung ermittelt.

Zeugen hatten den Kita-Brand am Montag gegen 3 Uhr morgens gemeldet. Als die ersten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stand ein großer Teil des Gebäudes bereits in Flammen. Die Feuerwehr löschte den Brand, das Feuer hatte den Kindergarten jedoch bereits fast vollständig zerstört. Verletzt wurde niemand.

Nicht nur die mehr als 80 Kinder der Kindertagesstätte waren durch das Feuer betroffen. Auch der Schulunterricht musste ausfallen, sagte Paul Rosenfeld, Mitglied der Schulleitung. "Strom, Wasser und Gas - das war ja alles betroffen." Eltern hätten schnell untereinander die Kinderbetreuung organisiert. Von der kommenden Woche an, so hoffte Rosenfeld, soll die Kita-Betreuung wieder in Ausweichräumen der Schule laufen. Auch Kindergärten der Umgebung und Altenheime hätten Räumlichkeiten angeboten. "Die Hilfsbereitschaft ist unglaublich hoch."

Zu "erheblichen Problemen" kam es laut Polizei durch zwei Wasserrohrbrüche aufgrund der hohen Menge an Löschwasser. Die Straße vor der Kita war nicht mehr befahrbar, Anwohner mussten ihre Autos umparken.

Ehe Flammen die Kita und den 43 Meter hohen Goetheturm zerstörten, gab es bereits andere Fälle von brennenden Holzbauten: zwei Pavillons in Frankfurter Parks und ein Aussichtsturm in Kelkheim im Taunus. In allen Fällen ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Ob es einen Zusammenhang mit dem Kita-Brand gibt, ist nach Auskunft einer Sprecherin nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen aber noch unklar. Wegen der vorangegangenen Brände hatte die Stadt Frankfurt den Goetheturm zeitweilig von einem Sicherheitsdienst bewachen lassen; er ging in der Nacht auf den 12. Oktober in Flammen auf und brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Ein Experte für Serienbrandstiftungen, der Kriminologe Frank-Dieter Stolt, sprach in der "Frankfurter Neuen Presse" von einer auffälligen Häufigkeit. Ob es sich um eine Serie handele, könne man zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht eindeutig sagen.

An der Freien Waldorfschule geht derweil die Angst um. "Viele Schüler waren geschockt", sagte Rosenfeld. "Da fragen sich doch viele, was ist als nächstes dran?" Auch wenn immerhin kein Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster Opfer der Flammen geworden war, seien Spielsachen und Einrichtung wohl weitgehend zerstört. "Wir werden Maßnahmen überlegen, wie wir uns besser schützen können", sagte Rosenfeld. Denn auch das Werkhaus und der Hort auf dem Schulgelände seien zumindest teilweise mit Holz gebaut.