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Gesellschaft - Gütersloh

Zusammenhalt in Deutschland besser als sein Ruf

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Gütersloh (dpa/lno) - Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland ist einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge stark und größer als weithin vermutet. Auf einer Skala bis 100 Punkten erreicht Schleswig-Holstein demnach einen Gesamtindexwert von 61,55 und liegt damit leicht über dem Durchschnitt der Bundesländer von 61,37. Wie die Stiftung am Montag mitteilte, entfiel der höchste Wert auf das Saarland (63,07) und der niedrigste auf Sachsen (57,06).

Die Werte von Schleswig-Holstein liegen bei fünf von neun Bereichen oberhalb des bundesweiten Gesamtergebnisses. Viermal (soziale Netze, Akzeptanz von Diversität, Solidarität und Hilfsbereitschaft, gesellschaftliche Teilhabe) werden die bundesweiten Gesamtwerte jeweils leicht unterschritten. Die Einzeldimension mit dem höchsten Wert im Norden ist die Identifikation mit dem Gemeinwesen (79,15). Auf den geringsten Wert kommt das Gerechtigkeitsempfinden (41,91). Da dieses Kriterium aber bundesweit besonders schlecht abschneidet, hat Schleswig-Holstein hier sogar den höchsten Wert aller Bundesländer.

Die Studie offenbart auch Gefahren für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dazu zählen demnach eine in der Bevölkerung wahrgenommene Gerechtigkeitslücke und eine deutliche Spaltung, die sich in Bezug auf das soziale Miteinander zwischen Ost und West sowie zwischen strukturschwachen und prosperierenden Regionen auftue.

Trotz des guten Gesamtergebnisses bejahten drei Viertel der Befragten in Deutschland den Eindruck, der gesellschaftliche Zusammenhalt sei zumindest teilweise gefährdet. Gleichzeitig schätzten bundesweit 68 Prozent der Befragten den Zusammenhalt in ihrem eigenen Umfeld als gut ein, nur knapp 7 Prozent nannte ihn schlecht.