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Freizeit - Düsseldorf

Karneval im Mai: Schrille Kostüme beim Japan-Tag

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Düsseldorf (dpa/lnw) - Riesige Smileys und rote Herzen am Himmel: Mit einem fast halbstündigen Feuerwerk ist in Düsseldorf am Samstagabend der Japan-Tag zu Ende gegangen. Rund 650 000 Besucher waren nach Angaben der Veranstalter im Laufe des Tages an den Rhein und in die Altstadt gekommen. "Es ist so voll wie nie", kommentierte ein Fußgänger die Massen auf der Rheinuferpromenade. Der Blickfang waren viele hundert Besucher, die wie japanische Comic-Figuren kostümiert waren. Das Wetter spielte auch mit, es blieb trocken. Zwischenfälle gab es nicht, wie die Polizei auch am Sonntag noch bestätigte.

Traditionelle Kultur "Made in Japan" fand in etwa 70 weißen Zelten statt. Besucher konnten Kimonos anprobieren oder sich in Origami, der Kunst des Papierfaltens, üben. Authentische japanische Küche gab es auch: Sushi, Nudeln und Suppen. Kleine, herausgeputzte Mädchen im Kimono führten Tänze auf. Karatekämpfer, Bogenschützen und Judokas trafen sich vor vollen Rängen zum Schau-Streit.

Der Japan-Tag bietet traditionell auch der Cosplay-Szene ein Schaulaufen. "Wir treffen hier viele Freunde, die sich auch toll kostümiert haben. Das ist für uns das Schönste", sagte eine bunt kostümierte junge Frau. Weil jeder Japan-Tag mehr Fans der Cosplay- und Anime-Jugendkultur anzieht, bekamen die Kostümierten in diesem Jahr mehr Platz.

Krieger und Jäger mit überdimensional großen Schwertern, Hämmern und Bögen trafen auf zarte Flügelwesen wie Elfen und Feen. Bei Sonnenschein flanierten Anime-Fans in knappen Outfits die Rheinpromenade entlang - aber auch Menschen im Pokémon-Ganzkörperplüsch.

Lea (17) aus Menden im Sauerland etwa zog als bunter Fashion-Vogel mit blauen Plateaustiefeln die Blicke auf sich. Ihr Outfit: Eine eigens entworfene Fantasie japanischer Mode, der so genannten J-Fashion, aus knalligen Stoffen, kombiniert mit Gegenständen wie Schläuchen, Schleifen und schrillem Zubehör. Vor sechs Jahren war sie zum ersten Mal dabei.

Zum Schluss gab es ein japanisches Feuerwerk. Dabei wurden auch Figuren an den Nachthimmel gemalt - etwa riesige gelbe Smileys und rote Herzen. Das vom Feuerwerkskünstler Hideki Kubota gestaltete Funkel-Spektakel illustrierte auch mehrere sportliche Großereignisse in Düsseldorf, etwa den Auftakt der Tour de France Anfang Juli. So stiegen doppelte Ringe als Symbol für Fahrräder in den Himmel. Kleine weiße und große rote Kreise erschienen wie Ball und Schläger beim Tischtennis, ein Hinweis auf die bevorstehenden Weltmeisterschaften. Zum Schluss kam der Verweis auf die Olympischen Spiele in Tokio im Jahr 2020 dazu.

Wegen der aktuellen Lage waren die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. Zwischenfälle gab es keine, wie die Polizei am Sonntag resümierte. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) sprach von einem "Fest unter Freunden" und bedankte sich dafür bei den japanischen Einwohnern der Stadt. Die japanische Gemeinde in Düsseldorf ist mit rund 7000 Mitgliedern die drittgrößte Europas nach London und Paris. In Nordrhein-Westfalen beschäftigen rund 600 japanische Firmen 32 000 Menschen.