Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 16°

Musik

Startenor Jonas Kaufmann wieder in Topform

Musik

Tenor Jonas Kaufmann als Lohengrin in der Pariser Opéra Bastille. Foto: Monika Rittershaus/Opéra national de Paris

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Paris (dpa) - Heroisch und romantisch: Startenor Jonas Kaufmann hat mit seinem Gesang wieder das Publikum begeistert. Bei seinem Comeback in der Opéra Bastille war der 47-Jährige in Hochform.

Mit seiner Traumstimme in der Wagner-Oper "Lohengrin" begeisterte er am Mittwochabend das ausverkaufte Opernhaus in Paris. Der Applaus schlug in Jubel um, als Kaufmann am Schluss alleine auf die Bühne trat.

Krankheitsbedingt hatte der gebürtige Münchner seit mehreren Monaten Auftritte in Deutschland und im Ausland abgesagt, darunter auch seine Teilnahme an der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg vergangene Woche. Seinem Comeback wurde in Paris nicht nur deshalb mit Spannung entgegengefiebert. Denn auch in der französischen Hauptstadt hatte man ihn schon im Oktober in der Oper "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach vergeblich erwartet.

In seiner Entschuldigung an das Pariser Theaterhaus ging Kaufmann erstmals näher auf den Grund seiner Absagen ein: Nebeneffekte eines Medikaments hätten dazu geführt, dass eine kleine Ader auf seinen Stimmbändern geplatzt sei. Er müsse deshalb so lange aufhören zu singen, bis dieses Hämatom völlig beseitigt sei, um nicht mehr rückgängig zu machende Beschädigungen zu vermeiden. 

Der Wagner-, Verdi- und Puccini-Interpret gilt neben dem Peruaner Juan Diego Flórez als bester Tenor der Welt - und ist so viel gefragt wie kaum ein Sänger. Er müsse etwas auf die Bremse treten, sagte der Klassik-Star schon Anfang vergangenen Jahres in einem Interview. Er müsse seine Stimme schützen. Bereits im Oktober und November 2015 hatte er eine längere Krankheitsphase.

In Paris präsentierte sich Kaufmann vor rund 2700 Zuschauern in der Titelrolle des Lohengrin wieder in Hochform. Er spielte ohne überzogene Theatralik und sang voller zarter und vollblütiger Wärme. Paris hat die von Franz Liszt im Jahr 1850 in Weimar uraufgeführte Oper mit einem Traumcasting besetzt. Denn neben Kaufmann traten unter anderem die überragenden Sopranistinnen Martina Serafin aus Österreich und die Deutsche Evelyn Herlitzius auf.  

Einige Buhrufe bekam die Inszenierung des deutschen Theaterregisseurs Claus Guth, die 2012 an der Mailänder Scala Weltpremiere feierte. Die romantische Oper unter der musikalischen Leitung von Philippe Jordan steht in Paris bis zum 18. Februar auf dem Programm.