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Literatur - Dresden

Regierungschef Kretschmer stellt sich vor Tellkamp

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich vor den Dresdner Schriftsteller Uwe Tellkamp gestellt, der nach an Pegida erinnernden Äußerungen in die Kritik geraten ist. "Ärgerlich ist die schon wieder beginnende Stigmatisierung", sagte der CDU-Politiker am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Tellkamp ("Der Turm") sei ihm als kritische Stimme willkommen. "Ich wünsche mir, dass wir in der Sache diskutieren. Wenn ein Streitgespräch zur Verurteilung einer Person führt, darf man sich nicht wundern, wenn keine offene Debatte mehr geführt wird", warnte Kretschmer.

Es sei richtig, "dass die übergroße Mehrheit der zu uns kommenden Menschen Flüchtlinge sind, die in ihren Heimatländern keine Perspektive sehen". Das sei ihnen nicht vorwerfen. "In Deutschland müssen wir aber darüber diskutieren, was wir realistisch leisten können und wie der soziale Frieden in unserem Land gewährt werden kann."

Tellkamp hatte sich am Donnerstag mit dem ebenfalls aus Dresden stammenden Dichter Durs Grünbein einen verbalen Schlagabtausch um die Flüchtlingspolitik und Meinungsfreiheit geliefert. Dabei hatte der 49-Jährige gesagt: "Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent." Am Freitag hatte sich deshalb der Suhrkamp-Verlag von seinem Autoren distanziert.