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Brauchtum - Lübeck

Lübecker Martensmann bringt wieder Wein nach Schwerin

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Lübeck (dpa) - Der Lübecker Martensmann ist wieder auf Tour. Angetan mit der Tracht eines Ratsdieners des 16. Jahrhunderts und mit einem Pferdegespann machte sich der Martensmann alias Stefan Pagel am Freitag auf den Weg nach Schwerin, um dort ein Fass Rotwein abzuliefern. Lübecks Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (SPD) verabschiedete den Martensmann vor dem Rathaus, am Sonntag wird er in Schwerin erwartet. Auf dem Weg in die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern macht er auf Volksfesten in Schönberg und Rehna (beide Kreis Nordwestmecklenburg) Station. 

Zu Pagels Unterstützung wird nach Angaben der Hansestadt Lübeck auch der scheidende Bürgermeister Bernd Saxe am Sonntag nach Schwerin reisen. Saxes Amtszeit endet am 30. April.

Der im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte und 1991 wiederbelebte Brauch des Martensmannes geht auf eine alte Tradition zurück, benachbarten Städten zum Martinstag (11. November) Weinpräsente als Zeichen guter Nachbarschaft zu senden. Das Faß mit "einem Ohm Rheinischem Most", wie es in historischen Dokumenten heißt, galt als symbolische Steuer. Am 11. November wurden bis in die Neuzeit Steuer, Pachten und Abgaben fällig. 

Bei der Menge von knapp 150 Litern - ein Ohm entspricht 145,5 Litern - ist es geblieben. Doch statt Most hat der Martensmann heute Lübecker Rotspon - in Lübeck gereiften französischen Rotwein - im Gepäck.