Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 20°

Arbeitsmarkt - Erfurt

Überwiegend Frauen in Minijobs und Teilzeitarbeit

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Erfurt (dpa/th) - In Hotels, Gaststätten und Bäckereien Thüringens arbeiten zahlreiche Frauen auf Teilzeit-Basis oder in einem Minijob. "Oftmals würden diese Frauen gerne länger arbeiten, aber die Arbeitgeber spielen dabei nicht mit", sagte Jens Löbel, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Thüringen am Montag in Erfurt. Stattdessen würden die Betroffenen mit Teilzeit-Verträgen eingestellt, machten dann aber viele Überstunden.

Wie die NGG mitteilte, beträgt der Anteil von Frauen bei den 4400 Teilzeit-Stellen in Suhl 82 Prozent. In Gera seien es bei 10 700 derartiger Stellen 80 und in Erfurt bei rund 29 500 Stellen 78 Prozent. Wie viele der Frauen freiwillig Teilzeit arbeiteten, um Familie und Beruf vereinbaren zu können, wisse man nicht.

Zugleich verwies er auf die Ungleichheit bei der Entlohnung. So verdienten Frauen in Deutschland zuletzt 21 Prozent weniger als Männer. Im EU-Durchschnitt lag der so genannte "Gender Pay Gap" dagegen bei 16 Prozent. "Es kann nicht sein, dass Paula nur deshalb auf bis zu mehrere Hundert Euro pro Monat verzichten muss, weil sie nicht Paul heißt", kritisierte der Gewerkschafter.

Sollte die Politik nicht deutlich mehr gegen die Lohnungerechtigkeit unternehmen, dürfte sich nach Einschätzung der NGG auch die Altersarmut für Frauen verschärfen. Geringere Löhne und kürzere Arbeitszeiten sorgten für magere Renten. Auch Erziehungs- und Pflegezeiten tragen laut Löbel dazu bei.