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Schulen - Bremen

Schule verklagt Senatorin wegen Inklusion

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Bremen (dpa/lni) - Ein Bremer Gymnasium klagt wegen der Inklusion gegen das Bildungsressort vor dem Verwaltungsgericht. Die Schule wehrt sich dagegen, ab dem kommenden Schuljahr in einer fünften Klasse behinderte Schüler aufnehmen zu müssen. Die Klage ist nach Angaben des Verwaltungsgerichts vor etwa zwei Wochen eingegangen. Die Richter warten nun auf eine Stellungnahme von Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). "Die Frage ist vor allem, ob das Gymnasium klagebefugt ist", sagte Gerichtssprecherin Katja Koch. "Das werden die Richter prüfen, bevor es zu einer Verhandlung kommt."

Es sei das erste Mal in der Bremer Geschichte, dass eine Schule juristisch gegen die eigene Senatorin vorgehe, sagte Ressortsprecherin Annette Kemp. Nach einem Bericht des "Weser-Kuriers" hatte das Gymnasium seine Vorbehalte dem Bildungsressort genannt. Danach befürchtet die Schulleiterin, dass Kinder mit schweren geistigen Behinderungen dem Anforderungsniveau nicht entsprächen.

Das Bildungsressort sieht sich trotzdem im Recht: "Wir sind der Auffassung, dass es zulässig ist zu bestimmen, dass ein Gymnasium Inklusionsschule wird." In Bremen gebe es immer mehr Kinder mit Beeinträchtigungen, für die das Bildungsressort Schulplätze schaffen müsse. Dabei gehe es nicht nur um schwer geistig behinderte Kinder, sondern auch um welche mit körperlichen Behinderungen, Autisten und Inselbegabungen. Auch diese hätten ein Anrecht auf Unterricht an einer Schule in der Nähe.