Zweite Stammstrecke Dobrindt legt sich nicht fest

Die zweite Stammstrecke sei ein bedeutendes Projekt, es werde aber "im Lichte der Kosten beurteilt": Zur Zukunft des zweiten S-Bahn-Tunnels will sich Bundesverkehrsminister Dobrindt nicht klar äußern. Offen ist auch, ob 2014 noch eine Entscheidung fällt.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat eine klare Festlegung zur Zukunft des geplanten zweiten S-Bahn-Tunnels vermieden. "Wir haben einen sehr klaren Zeitplan", sagte Dobrindt. "Wir kriegen im Laufe dieses Jahr noch eine Kostenschätzung präsentiert, auf Basis derer kann man beurteilen. Wir bereiten dafür alles vor." Die zweite Stammstrecke sei ein bedeutendes Projekt. "Aber auch jedes bedeutende Projekt wird im Lichte der Kosten in seiner Realisierung am Schluss beurteilt", erklärte der Minister.

In einer internen Übersicht für den Aufsichtsrat, die der SZ vorliegt, hatte die Deutsche Bahn die Kosten für die Röhre zuletzt auf exakt 2,56 Milliarden Euro beziffert. Bislang hatten der Freistaat und der Konzern stets beteuert, der Tunnel werde höchstens zwei Milliarden Euro kosten; zudem hatten Bahn und Freistaat einen Kostenrahmen von maximal 2,5 Milliarden Euro gesetzt. Diese Grenze wäre somit erreicht. Auf Antrag der Grünen wird sich am heutigen Dienstag der Landtag in einer Aktuellen Stunde mit dem Thema befassen.

Dobrindt ließ offen, ob heuer noch eine Entscheidung über den Tunnel fällt. "Das kann man nicht sagen. Das hängt sehr stark davon ab, wie sich auch die Kosten weiter entwickeln bis zum Zeitpunkt sogar der Ausschreibungen", sagte der Verkehrsminister. Auch im Zuge von Ausschreibungsverfahren seien Kostenerhöhungen möglich. "Auch da wird man überprüfen müssen, ob dies mit den Ursprungsplanungen weiterhin übereinstimmt", sagte Dobrindt.

Bauen oder beerdigen

Wie lange soll das Spiel noch weitergehen? Die Politik muss bei der zweiten S-Bahn-Stammstrecke endlich Klarheit schaffen: Entweder gibt es zusätzliche Mittel oder das Projekt wird endgültig zu den Akten gelegt - mit einschneidenden Folgen für die Stadt München und die Region. Eine Analyse von Marco Völklein mehr ...