Der Münchner Wohnungsmarkt steht vor großen Herausforderungen: Wie architektonisch ansprechender, innovativer Wohnungsbau der Zukunft aussehen kann.
Der Münchner Wohnungsmarkt steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Die Einwohnerzahl wird bis zum Jahr 2020 um etwa 67000 Menschen wachsen. Doch auch Entwicklungen wie Klimawandel, Globalisierung, demografische Verschiebungen, Migration oder soziale Polarisierung gilt es zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund steht die Frage im Mittelpunkt, wie architektonisch ansprechender, innovativer Wohnungsbau der Zukunft aussehen kann.
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Die Stadt entwickelt sich weiter, doch welche Anforderungen sind eigentlich an energietechnisch innovative und architektonisch zukunftsweisende Projekte zu stellen? Dies ist in diesem Jahr ein zentrales Thema im Planungsreferat. Anfang 2010 will der Stadtrat ein Handlungskonzept verabschieden. (© Grafik: SZ)
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Diesem Thema wollen sich Stadtbaurätin Elisabeth Merk und ihre Behörde, das Planungsreferat, in diesem Jahr verstärkt widmen. Gemeinsam mit externen Fachleuten beabsichtigt Merk in verschiedenen Expertenrunden ein Konzept zu entwickeln, das allerdings nicht nur ein bloßer Forderungskatalog bleiben soll. Anfang 2010 wird der Stadtrat auf der Basis der Veranstaltungsreihe eine Art Leitfaden für innovativen Wohnungsbau in München beschließen.
Aus der Perspektive des Planunsgreferats stellt sich die Frage, welche Herausforderungen wohl schwerer wiegen: Die Folgen der Wirtschaftskrise mit den Problemen bei der Finanzierung großer Wohnprojekte? Oder die Flächenknappheit für Bauland? Oder die steigenden Baustandards im Hinblick auf Energieeffizienz, oder schließlich der Wandel der Lebensstile, der auch wieder ganz neue Wohnformen fordert?
Schon bei der Auftaktveranstaltung im voll besetzten Saal des Literaturhauses zeigte sich, wie vielschichtig das Thema innovativer Wohnungsbau ist. Zunächst geht es darum, überhaupt genügend erschwinglichen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Der Nachfragedruck auf das mittlere und untere Preissegment werde in den kommenden Jahren dramatisch zunehmen, sagt Dieter Cordes, Geschäftsführer der Gesellschaft für Bauen und Wohnen, Hannover, in seinem Beitrag über neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf dem Wohnungsmarkt voraus.
Sind fortschrittliche Ansätze in den Bereichen Architektur oder Energietechnik überhaupt finanzierbar? Gerhard Hausladen, der an der TU München den Lehrstuhl für Bauklimatik und Haustechnik hat und der ein Experte für energieeffizienten Städte- und Wohnungsbau ist, plädiert für mehr Konkurrenz und Wettbewerb bei der Energieversorgung neuer Stadtviertel. Bislang hätten die Stadtwerke ein Monopol.
Hier wird also ein Bruch mit bisherigen Verfahrensweisen gefordert. Auch Architektur-Professor Markus Gasser von der TU Darmstadt verlangt radikale Änderungen bei der Siedlungsentwicklung in München. Die Stadt sehe in ihren Wohnbaustrukturen viel zu gleichförmig aus. Neue Stadtteile brauchten einen höheren Eigencharakter und einen stärkeren Identifikationswert. Dies könne man beispielsweise mit markanten Bauten, wie etwa Hochhäusern, erreichen.
Die Schweizer Architekten Christoph Haerle und Sabina Hubacher präsentieren mit ihrem Wohnprojekt in Zürich ein Beispiel, wie man kostengünstig und mit flexiblen Wohnungsgrundrissen experimentell planen kann. Von solchen außergewöhnlichen Projekten sind etwa die städtischen Wohnungsbaugesellschaften weit entfernt. Doch auch hier werden überkommene Strukturen aufgebrochen und neue, innovative Projekte gewagt, wie Gordona Sommer berichtete, Chefin der Gewofag, die in München über fast 30000 Wohnungen verfügt. All das kann nun in das Szenario für die künftige Stadtentwicklung einfließen.
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(SZ vom 04.03.2009/sonn)
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@Eddie-Ed: Dem stimme ich in vielem zu, allerdings sollten die inneren Stadteile Münchens tatsächlich endlich richtig in die Höhe wachsen. Das bayerische Umland ist, finde ich zu schön, um's ganz zu verstädtern. Das werden auch die wenigsten wollen. Außerdem ist man in den äußeren Stadteilen Münchens oft so weit von der Stadt entfernt. dass man nicht mehr wirklich behaupten kann, in München zu sein. Noch weiter nach außen zu gehen, halte ich für dämlich.
Ich denke, dass Problem an der oft miesen Stadtplanung und Architektur liegt - finanzkrisentechnisch analog - an der Immobilienbranche. Mir ist in keiner anderen Branche so extrem viel Unehrlichkeit und Besch****ei untergekommen wie dort.
* Da werden bei Weitervermietungen horrende Provisionen verlangt (wofür eigentlich?)
*Da wird beim Wohnugs(ver)kauf gelogen, dass sich die Balken biegen. ("Hier an der Nordheide haben Sie einen ausgezeichneten Blick auf die freie Natur, das neue Stadion, Arena, etc. Gebaut wird hier nämlich vorläufig nichts." Drei (!) Wochen später standen die Bagger für den nächsten hässlichen Klotz schon vorm Fenster schon bereit.).
*Da wird bei Großprojekten Geld von Investoren eingesammelt, denen es wirklich sonstwo vorbeigeht, was mit dem Geld geschieht, solange die Rendite stimmt (und solange es außerhalb deren Wohn-Sichtweite geschieht).
*Und dann sieht da noch manch verrückte Architekten, die irgentwas ausleben müssen, was hinterher wirklich niemanden was bringt, weil es unpraktisch, unbequem und steril wirkt. Traurig.
Aber meine Vorredner haben recht, solange München so überzogen hohe Mieten- und Verkaufspreise hat, wird man sich mt "Schnellbauten/-planungen" abfinden müssen. Man lebt ja in einer Stadt (Wobei München in seiner Größe auf jeden Fall eine der, wenn nicht die Schnönste ist) und ist doch ohnehin schon in der Lebensqualität - je nach Lage - stark beschränkt. Warum dann diese Preise? Wenn ich mir so Viertel wie Messestadt Riem, die Nordheide, "Freiham 2012" oder - ganz großartig - diese z.T. noch entstehenden Wohnblöcke an der Lindauer Autobahn anschaue,... da möchte ich nicht mal tod überm Zaun hängen. Wer zahlt da diese Mietpreise? - Es ist schon eine verrückte Welt...
München ist unglaublich einförmig im Wohnungsbau, im Prinzip fällt ALLES neue darunter!! Diese Blässe gibts woanders nicht. Problem ist, dass - egal wie platt die Architektur ist - in München geht alles weg und wird alles vermietet oder verkauft.
Problem ist die Kleinteiligkeit der Betrachtungsweise der Verantortlichen. Eine Ansammlung von Wohnungsriegel wird sofort als Viertel oder gar Stadteil hingestellt bzw. verkauft. Aber Stadtviertel, die auch ein Eigenleben haben oder eine Eigendynamik entwickeln und eine eigne Characteristik haben wurden schon seit der Jahrhundertwende nicht mehr geplant. Die Stadtplanung in München ist viel zu kleinteilig gedacht, gar provinziell.
Ständig werden Altstadt und Altbauviertel umgemodelt, ohne wirklich weiterzukommen. Dann die ständige Verdichtung der Räume; alles wird gnadenlos zur Baulücke erklärt.
Man muß wieder richtige Stadtteile schaffen, die ein zusammengehöriges Gefüge besitzen, und München kann jetzt nicht einfach nur noch Verdichten oder in die Höhe gehen; München muss vor allen Dingen in der Fläche großstädtisch wachsen dürfen. Die Müncher Stadtpolitik ist sowas von blass, antriebslos; diese sich selbst auferlegte Ohnmacht kann man einfach nicht mehr aushalten. Was mich besonders stört ist, dass Herr Ude und seine Planer absolut Kritikresistent sind. Vielleicht leben die in einer anderen Realität.
Ja, es gäb noch so viel zu sagen, aber hat das überhaupt noch Sinn? Es passiert nichts!
Es gibt ja in München durchaus ansprechende Neubausiedlungen - z.B. zwischen Spicheren- und Kirchenstraße, Nähe Ostbahnhof. Die Häuser sehen toll aus, Platz ist auch dazwischen. Aber das ist halt nur eine vergleichsweise kleine Siedlung, und die Wohnungen sind komplett privat und fast unbezahlbar.
Dort, wo ein hoher Anteil an städtischen Wohnungen entsteht, sieht es allerdings eintönig und trist aus - ja manchmal wie im Gefängnis. Siehe z.B. den Wohnriegel am Edinburghplatz neben den Riem Arcaden - der unterscheidet sich optisch nicht allzusehr vom Frauengefängnis-Neubau an der Stadelheimer Straße. Dazu passend gibt es Gehwege, auf denen nicht einmal 2 Kinderwagen aneinander vorbeipassen - wo sind da die Freiräume für die Menschen?
Wenn wieder sowas herauskommt wie die Messestadt Riem, deren urspruengliche Plaene von Stadtbuerokraten zusdammengestrichen wurden, dann sollten sie vielleicht besser gleich die alten Plaene von Neuperlach auspacken. Sogar da ist es schoener.
Mit dieser kleinkarierten Provinzstadtregierung ist aber eh' nichts zu machen. Wer eine staedtebauliche Chance wie die Werkbundsiedlung Wiesenfeld vermasselt von dem ist nichts Gutes mehr zu erwarten.
Hier: Optisch geschlossenes Ensemble mit viel Liebe zum Detail, gepflegten Gemeinschaftsgärten und Mikroinfrastruktur (Läden, Bäcker, Schneider, Apotheke, Cafe, Sommerfest, Faschingsumzug, etc.)
Dort: seelenlose Bau-Investorenmodelle, reine Schlafburgen ohne Herz, Seele und Lebensqualität!
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