Von Sebastian Gierke

Die SZ begleitet eine Saison lang die Kreisklasse Gruppe 2. Diesmal im Mittelpunkt: eine besondere Niederlage.

Es gibt glückliche und unglückliche Niederlagen, knappe und deutliche, verdiente und unverdiente. Und dann gibt es ein 0:7 gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, das einen mit lautem Krachen schmerzhaft auf den letzten Tabellenplatz wirft. Eine Niederlage wie ein gähnender Abgrund, eine Niederlage wie das Ende, eine Niederlage, wie sie selbst die SPD in Bayern selten erlebt, so monströs, so vernichtend. Eine solche Niederlage könnte hilflos machen, sie könnte einem Fußballer das Gefühl von absolutem Verlorensein in der Fußballwelt geben.

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Rot Weiß Tunesien hat am vergangenen Sonntag gegen die FT München-Gern sieben Tore kassiert und keines geschossen. Der Abstieg aus der Kreisklasse lässt sich nur noch schwer verhindern. Doch von Verlorenheit war nach dem Spiel nur wenig zu bemerken. Die Mannschaft gab sich einfach schon nach dem 4:0 in der 60. Spielminute auf und nutzte die restliche Spielzeit zur Verarbeitung der Niederlage. Und so wurde nach dem Schlusspfiff schon wieder gelacht und mit dem Gegner gescherzt. "Die haben das Spiel anständig zu Ende gebracht", sagt Thomas Knoblauch, Leiter der Fußballabteilung in Gern.

Das war in dieser Saison bisher nicht immer so. Undiszipliniertheiten kosteten dem technisch starken Team viele Punkte. Beim ständigen Schimpfen auf Mitspieler, Gegner und Schiedsrichter ging der Mannschaft meist die Konzentration und oft auch ein Spieler durch Platzverweis verloren. Deshalb hat Präsident Mohamed Lamiri durchgegriffen, Spieler suspendiert, Neue geholt und den Trainer ausgetauscht. "Es ist mir egal, ob wir verlieren. Wichtig ist, dass Disziplin und Moral stimmen."

Das Ergebnis seiner Bemühungen: Eine absolut freundschaftliche 0:7-Niederlage, eine Niederlage wie ein leichter Sommerregen. Und auch wenn der Kampf um den Imageerhalt des Vereins, der dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, ab jetzt Priorität genießt: Der Klassenerhalt ist noch nicht abgeschrieben: "Wir schaffen das", sagt Lamiri. In den nächsten Tagen lädt er die Spieler mit ihren Familien ins Vereinsheim ein: feiern für die Moral, feiern für die Disziplin.

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(SZ vom 7.4.2009/sonn)