Von Von Oliver Hochkeppel

Die Bombast-Rocker von "Yes" beherrschen ihr Handwerk in der Münchner Olympiahalle auch unplugged. Jon Andersons unverwechselbare Stimme prägt den Sound der Band dabei am meisten.

Wenn es ein goldenes Zeitalter des Rocks gab, dann waren das die frühen Siebzigerjahre. Es war die Ära der Konzeptalben, der intellektuell aufgeladenen, komplex aufgebauten, spirituell angehauchten und monumental inszenierten Rock-Epen.

Jon Anderson in der Münchner Olympiahalle. (© Foto: ddp)

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Auf der Suche nach dem totalen Sound wetteiferten Bands wie Genesis (in der alten Besetzung mit Peter Gabriel), Emerson, Lake & Palmer oder Yes darum, wer mit mehr Trucks und größeren Lautsprechertürmen auf Tour geht. Alles vorbei? Das Reich der Bombast-Rocker vollständig vom Drei-Minuten- und Eine-musikalische-Idee-Gedudel des Retortenpops besetzt?

Ikone des Art-Rock

Nein, eine von unbeugsamen Rockern bevölkerte Band hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Schon vor einem Jahr war Yes, die Ikone des Art-Rock und Rekordhalter in Sachen Fluktuation, wieder in der klassischen Besetzung mit Rick Wakeman, Jon Anderson, Steve Howe, Chris Squire und Alan White unterwegs und ließ das Tollwood-Zelt aus allen Nähten platzen.

Diesmal ging es gar in die Olympiahalle, was doch recht gewagt erscheint für eine Band, die man so gut wie nie mehr im Radio hört und deren Fans sich fast ausschließlich aus der Gruppe der 40- bis 55-Jährigen rekrutieren.

Eben die füllten die Halle dann etwa zur Hälfte und sahen rasch, warum man hier war: Woanders hätte das Zubehör der "35th Anniversary Tour" nicht reingepasst.

Riesige Ballons in typisch psychedelischen Formen umrahmten die Bühne, und Drummer Alan White war umringt von blasenartigen "Zusatz-Trommeln", die sich wie ein Wiesn-Fahrgeschäft in Bewegung setzen und bunt ausleuchten ließen.

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