Wolfratshausen Von Ärzten und Hexen

Der Hisstorische Verein bringt ein Buch zur "Medizingeschichte im Isar- und Loisachtal" heraus und stellt es mit einer groß angelegten Revue in der Loisachhalle vor

Von Matthias Köpf, Wolfratshausen

Wenig kommt den Menschen so nahe wie die Medizin, und das schon immer. Für den Historischen Verein Wolfratshausen ist die "Medizingeschichte im Isar- und Loisachtal" von der Antike bis ins 20. Jahrhundert also ein reiches Themenfeld, dem er sein neues Buch mit dem genannten Untertitel gewidmet hat. 30 Artikel von zwölf Autoren drehen sich um "Ärzte, Hexen, Handaufleger" - so der Haupttitel, der das Spektrum des Buches ebenso umreißt wie das Spektrum der Historischen Revue, mit dem der Verein sein Werk am kommenden Freitag um 19.30 Uhr in der Loisachhalle vorstellt.

Das Buch wird ähnlich dicht und gewichtig werden wie der Handwerker-Band "Amboss, Zwirn und Flößerhack" aus dem Jahr 2010, und die Revue dazu verspricht einen ähnlich leichtfüßigen Zugang wie die begeistert aufgenommenen Veranstaltungen zum Handwerker-Buch vor vier Jahren und 2011 zum 50. Jubiläum der Wolfratshauser Staderhebung. Die Vereinsvorsitzende Sybille Krafft und ihr Stellvertreter Bernhard Reisner kündigen informative Unterhaltung mit nicht weniger als 60 Mitwirkenden auf der Bühne an, darunter der Wolfratshauser Kinderchor, die Waldramer Sängerinnen, eine eigens formierte Ärzteband mit zwölf musizierenden Medizinern, ein Ensemble aus sieben mindestens teilweise falschen Krankenschwestern sowie einige Sprecher und Darsteller wie Christine Noisser, Wiggerl Gollwitzer und Claus Steigenberger. Die werden womöglich auch Hexen und Handaufleger geben, aber zu viel wollen Krafft und Reisner da noch nicht verraten. Insgesamt helfen 80 Menschen mit, das entspricht fast einem Drittel des Mitgliederstands des Historischen Vereins.

Die Revue soll zweieinhalb kurzweilige Stunden dauern, kündigt Krafft an, die bei der Generalprobe am Dienstag mit der Stoppuhr auf Disziplin achten will. Ernst wird es an dem Abend aber auch, denn der Historische Verein kann und will auch vor der Zeit des Nationalsozialismus und beispielsweise der damaligen Vertreibung jüdischer Ärzte nicht die Augen verschließen. Und am Ende jeder Patientenkarriere steht ohnehin immer der Tod, da hat zumindest bisher auch noch kein Hexen und kein Handauflegen geholfen.

Sie laden zur Historischen Revue ein: Sybille Krafft, Vorsitzende des Historischen Vereins, und ihr Stellvertreter Bernhard Reisner.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Für den Verein sind Buch und Revue große Kraftakte, die ihn nicht zeitlich, sondern auch finanziell strapaziert haben, denn von den üblichen 3000 Euro Hallenmiete gibt es auch für den Historischen Verein keinen Rabatt. Wenn die Loisachhalle mit rund 450 Sitzplätzen an Tischen voll sein wird, was erfahrungsgemäß anzunehmen ist, und wenn von den Büchern dann auch noch ein nennenswerter Teil der Erstauflage von 2000 Stück zum Preis von je 25 Euro verkauft sein wird, dann wird es auch in der Vereinskasse wieder deutlich besser aussehen. Elf der zwölf Autoren werden am Freitagabend dabei sein und auf Wunsch das Buch signieren.

Die Historische Revue unter dem Titel "Ärzte, Hexen, Handaufleger" findet am Freitag, 14. November, von 19.30 Uhr an in der Loisachhalle statt. Restkarten bei den üblichen Vorverkaufsstellen und über www.muenchenticket.de.