Wolfratshausen Umfrage zur Surfwelle

Für ihre Welle posieren die Surfer auch im Marienbrunnen.

(Foto: Jens Schumann/oh)

Stadt und Ideengeber starten Online-Kampagne zum Vorhaben an der Loisach in Wolfratshausen

Von Matthias Köpf, Wolfratshausen

Ob es in Wolfratshausen irgendwann tatsächlich eine stehende Welle für Fluss-Surfer wie im Münchner Eisbach geben wird, das ist auch zwei Jahren nach der ersten Idee noch offen. Eines aber steht inzwischen fest: Sollte es nicht klappen, dann wird es jedenfalls nicht am fehlenden Marketing gelegen haben. Die Facebook-Gruppe im Internet mit ihren derzeit 745 Mitgliedern gibt es schon längst, ein Logo mit der Aufschrift "River Surfing Wolfratshausen" und der nötigen Welle prangt auf einem gesponserten Brett, die aufwendig inszenierten Werbefotos für all das kommen auch vom Profi. Alleine stemmt die Stadtverwaltung dergleichen eher selten, doch die Tourismus-Managerin im Rathaus, Gisela Gleißl, hat dazu die beiden Ideengeber des Projekts an ihrer Seite: Stefanie und Marcus Kastner aus Waldram sind selbst begeisterte Surfer und nutzen für die Loisachwellen-Kampagne ihre Kontakte. Jetzt haben sie zusammen mit der Stadt ein Online-Umfrage zur Flusswelle entwickelt.

Bei dieser Umfrage wird an erster Stelle herauskommen, dass die Teilnehmer es alle miteinander super finden, wenn die Welle kommt. Denn die erste Frage ist gar keine Frage, sondern vielmehr die Aufgabe anzukreuzen, ob das jetzt super wäre, weil man die Welle gelegentlich oder oft oder auch gar nicht selbst wird reiten wollen. Nicht super ist auch nicht vorgesehen, obwohl laut städtischer Mitteilung mit der Umfrage nicht Werbung gemacht, sondern "die Akzeptanz in der Bevölkerung und der voraussichtliche Bedarf an Nutzungszeiten ermittelt werden" soll. Das geschieht in den acht folgenden Fragen, in denen es auch um den Wohnort, das Alter sowie den saisonalen und tageszeitlichen Wellenbedarf der Befragten geht.

Die Welle selbst soll im Kraftwerksauslauf der Weidachmühle in der Loisach nahe der Weidacher Floßlände entstehen und mit acht Metern ähnlich breit wie die berühmte Münchner Eisbach-Welle werden. Doch während diese sich eher für geübte Surfer eignet, soll sich die Wolfratshauser Welle technisch verstellen und damit diversen Niveaus anpassen lassen.

Allerdings steht nach Gleißls Angaben noch nicht fest, ob es die Surfwelle Wolfratshausen tatsächlich geben wird. Das Projekt hängt von den Umbau-Plänen des Kraftwerksbetreibers ab, eines Familienbetriebs aus Memmingen, der an mehreren Orten in Bayern kleinere Flusskraftwerke besitzt. Denn noch fließt durch den Auslauf an der Floßlände nicht immer die nötigen Wassermenge für eine Surfwelle, weil der Betreiber das Wasser bevorzugt durch seine neuere und leistungsfähigere Turbine in einem anderem Kanal-Arm rauschen lässt. Idealerweise lässt sich auch dieser Betreiber von der Wolfratshauser Wellen-Begeisterung anstecken, lautet die Hoffnung im Rathaus.

Online-Umfrage unter www.surfing-wolfratshausen.de. Wer seine Daten angibt, nimmt an der Verlosung von T-Shirts und Kapuzenpullovern mit dem "Riversurfing-Wolfratshausen"-Logo teil.