Wolfratshausen Stadt sucht Investor für Altes Krankenhaus

Das Alte Krankenhaus und das Grundstück, auf dem es steht, sollen für Wohnungsbau genutzt werden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Das denkmalgeschützte Gebäude muss erhalten bleiben, auf dem Grundstück darf gebaut werden.

Von Claudia Koestler

In Wolfratshausen herrscht eklatanter Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Um gegenzusteuern und um in der Stadt dezentral bis zu hundert geförderte neue Wohneinheiten errichten zu lassen, hatte der Stadtrat im Oktober des vergangenen Jahres ein Konzept der Fraktionen von Bürgervereinigung (BVW), SPD und Grünen verabschiedet. Das Ziel: Die wenigen verfügbaren Flächen im dicht besiedelten Stadtgebiet sollten genutzt werden, um Wohnungssuchenden Platz zu bieten. "Wir wollen nicht den Siedlungsdruck von außen lösen, sondern etwas für die Bürger unserer Stadt tun", hatte SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner den Antrag begründet. An der Auenstraße, am Alten Krankenhaus in der Sauerlacher Straße und auf der Coop-Wiese in Waldram sollten in der Folge geförderte Wohnprojekte realisiert und für das so genannte Klein-Anwesen in der Bahnhofstraße ein Konzept entwickelt werden.

Nun geht die Stadt das erste der vier Projekte konkret an, mit dem bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll. Seit voriger Woche steht das Alte Krankenhaus an der Sauerlacher Straße 15 zum Verkauf. Doch nur eine Baugenossenschaft kann es laut Angebot kaufen oder im Erbbaurecht übernehmen. "Es gibt Auflagen für den Käufer", erklärte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) auf Nachfrage. Das 1823/24 erbaute, ehemalige Krankenhaus steht unter Denkmalschutz, "die Sanierung und der Erhalt des Gebäudes sind somit festgeschrieben", sagt der Bürgermeister. Auf dem rund 1450 Quadratmeter großen Areal in der Nähe des Wolfratshauser S-Bahnhofs soll der Investor außerdem ein Mehrgenerationenwohnhaus schaffen. Neben dem Alten Krankenhaus könnten laut Bebauungsplan auf dem Grundstück zusätzlich zwei neue Baukörper platziert werden. Diese sollen so gestaltet werden, dass sie sich "im Sinne der Quartiersentwicklung sowohl optisch als auch funktional in das Umfeld einfügen", hieß es im Antrag der drei Stadtratsfraktionen.

Insgesamt sollen auf dem Grundstück etwa 37 Wohneinheiten entstehen, 50 bis 70 Prozent der Wohnungen sollen gefördert, und etwa ein Drittel soll an Senioren vergeben werden. Eine rund hundert Quadratmeter große Nutzfläche soll zudem einem der Nachbarschaftshilfe verpflichteten Verein überlassen werden.

Zu welchem Preis die Stadt die Immobilie in zentraler Lage anbietet, wollte Heilinglechner nicht sagen. Er hoffe auf Angebote und einen "Meistbietenden". Die Frist für Interessenten läuft bis 11. November, nähere Informationen zum Erwerb erteilt das Bauamt.