Wolfratshausen Isar-Kaufhaus darf abgerissen werden

Das ehemalige Isar-Kaufhaus darf abgerissen werden. Der Komplex soll einem Neubau weichen. ges

(Foto: Hartmut Pöstges)

Das Landratsamt genehmigt die Pläne für einen Neubau, der die Marktstraße beleben soll

Von Konstantin Kaip, Wolfratshausen

Der Weg für die Wiederbelebung des seit Jahren leer stehenden ehemaligen Isar-Kaufhauses am Wolfratshauser Untermarkt ist frei. Vergangene Woche hat das Landratsamt den beantragten Vorbescheid für den Abriss der Häuser Nummer 7, 9 und 11 und den geplanten Neubau erteilt. Das berichtet der Rechtsanwalt Harald Mosler, der die Eigentümerin Angela Scheller vertritt.

Anstelle des maroden Kaufhauses will der Architekt Tom Ferster dort einen Neubau errichten. Im Vorderbau sind eine große Ladeneinheit im Erdgeschoss, im ersten und zweiten Obergeschoss Praxen oder Wohnungen und im dritten und vierten Stock nur Wohnungen vorgesehen. Laut Mosler gibt es für den Laden bereits Interessenten. Möglicher Mieter könne etwa eine Filiale der schwedischen Textilkette H&M werden, hatte der Rechtsanwalt verkündet. Der Wolfratshauser Bauausschuss begrüßt die Pläne und hatte dem Abriss mit Neubau bereits im September einstimmig zugestimmt.

Zu dem Ensemble gehört auch das Haus Nummer 11. Der Historische Verein hatte sich lange für den Erhalt dieses als Seifensiederanwesen bekannten Gebäudes eingesetzt, das mit seinem charakteristischen Dach das Bild der Wolfratshauser Altstadt prägt. Weil dort jedoch von der ursprünglichen Bausubstanz kaum noch etwas vorhanden ist, hat der Verein die Pläne nun auch befürwortet - mit der Bitte, man möge sich bei der Planung an das historische Vorbild halten. Der Abriss des Häuschens ist für die Neubaupläne essenziell, weil das Dr.-Happ-Gassl, über das die Zufahrt zur geplanten Tiefgarage mit 28 Stellplätzen erfolgt, auf drei Meter verbreitert werden soll. In Bezug auf die Gestaltung verweist Mosler auf zahlreiche Auflagen, die sicherstellten, dass der geplante Neubau dem derzeit vorhandenen Bestand entsprechen und in das Ortsbild passen werde.

Der Rechtsanwalt bedankt sich auch ausdrücklich beim Historischen Verein für die Beratung. Man wolle mit dem Neubau "dem Stadtbild der Altstadt Wolfratshausens vor der massiven Änderung der Fassade in den Sechziger- und Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts möglichst nahe" kommen. Wie es im Einzelnen mit dem Isar-Kaufhaus weitergeht, will Mosler in Kürze bei einem Pressegespräch erläutern.