Wolfratshausen Historisches Ensemble

Die Häuser der Alpenstraße in Wolfratshausen stehen unter Ensembleschutz. Das vorderste soll abgerissen werden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Heimatpflegerin setzt sich für Erhalt der Alpenstraße ein

Von Claudia Koestler, Wolfratshausen

"Wehret den Anfängen" - diesen Appell richtet die Kreisheimatpflegerin Maria Mannes an die Stadt Wolfratshausen und das Landratsamt. Sie kritisiert in einem Brief den kürzlich einstimmig gefassten Beschluss des Bauausschusses: Das Wohnhaus Alpenstraße 14 soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Eine Sanierung, so die Begründung im Antrag auf Vorbescheid, sei aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll, "da es sich in einem schlechten baulichen Zustand befindet beziehungsweise die Anforderungen an Wohnqualität und Wärmeschutz nicht mehr erfüllt".

Dass der Bauausschuss dem Vorhaben zustimmte, habe sie "mit Verwunderung und Befremden" vernommen, schreibt Mannes. "Es ist wirklich nicht zu glauben, wie man in der Stadt mit dem gewachsenen Bau- beziehungsweise Denkmalbestand umgeht." Die Alpenstraße bilde zusammen mit dem nördlichen Teil der Schießstättstraße ein Denkmal-Ensemble. Erbaut wurde es von 1939 an als Wohnraum für die Vorarbeiter und Angestellten der Geretsrieder Munitionswerke. Es gehört deshalb ihrer Ansicht nach zur Geschichte der Stadt, "ob geliebt oder nicht."

Zwar seien die Häuser keine Einzeldenkmäler, gibt Mannes zu. Doch als Ensemble seien sie in der Denkmalliste eingetragen. Gerade weil sie gemeinsam wirkten, sei es nicht möglich, beliebig eines aus der Reihe herauszubrechen: "Damit zerstört man den Gesamteindruck". Ein Neubau könne niemals Teil eines historischen Ensembles werden. Für die Kreisheimatpflegerin greift auch das Argument nicht, dass eine Sanierung nicht möglich sei. "Diese Häuser sind alle zur gleichen Zeit und in der gleichen Bauweise errichtet und einige sind in letzter Zeit hervorragend saniert worden", schreibt Mannes. Außerdem sei eine Sanierung im Inneren ohne Probleme möglich, "denn der Ensembleschutz betrifft nur die Außenhaut." Mauern, Fenster, Türen und Dach sollten also erhalten werden, fordert Mannes.

Vor einigen Jahren, führt die Kreisheimatpflegerin weiter an, sei im Garten des Anwesens eine Zusatz-Bebauung beantragt gewesen. Auf Einspruch des Denkmalschutzes hin sei das Vorhaben damals abgelehnt worden. "Jetzt beantragt man gleich den Abbruch." Dorothee Ott vom Landesamtes für Denkmalschutz erklärt, Ensembleschutz und Denkmalschutz schlössen nie pauschal jedes weitere Bauvorhaben oder einen Abriss aus. Jeder Einzelfall müsse geprüft werden. Ob im Fall der Alpenstraße eine Erlaubnis erteilt werden kann, muss nun zunächst das Landratsamt prüfen.