Wimmelbuch Ganz schön bunt, das alte Wolfratshausen

Es wimmelt in Wolfratshausen

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Mit Rilke und Thoma im Biergarten: Das historische Buch der Stadt entwickelt sich schon am Tag der Veröffentlichung zum Renner.

Von Claudia Koestler

Die Isartalbahn ist gerade angekommen, und mit ihr der technische Fortschritt in der Loisachstadt. Doch nicht nur der: Lou Andreas-Salomè sitzt mit Rainer Maria Rilke im Biergarten. Ludwig Thoma und Kathi Kobus stoßen neben ihnen mit einer Maß Bier von der Brauerei zum Humpl an, während eine Bäuerin am Bahnsteig für zwei Pfennig ein Billet nach Bichl löst: Wolfratshausen um das Jahr 1897, wie es das Bilderbuch "Wolfratshausen wimmelt" zeigt. In acht unterschiedlichen Szenen hat die Illustratorin Mo Büdinger Wolfratshauser Geschichte in Hingucker verwandelt, vom Burgbau im Jahre 1100 bis in die 1970er-Jahre. Und dank vieler fantasievoller Details und witzigen Nebenfiguren können Kinder wie Erwachsene nun entdecken, was typisch Wolfratshausen ist. Zu allen acht Szenen gibt es zudem auf der Internetseite der Stadt die Geschichte nachzulesen.

Entsprechend entwickelt sich das Buch gerade zum Verkaufsschlager: "Es läuft sehr gut. Sogar mehr als sehr gut", freut sich Elisabeth Struif von der Buchhandlung Rupprecht in Wolfratshausen. Seit Mittwoch dort zum Preis von 14,95 Euro erhältlich, war das Wimmelwerk bereits am ersten Tag ausverkauft. "Schwups war unser Stapel weg", erzählt Struif. Inzwischen seien rund 50 Exemplare über die Ladentheke gegangen, sagt Kulturmanagerin Marion Klement, und die Nachfrage sei ungebrochen. Gerade regionale Titel seien eben "Werke mit Wiedererkennungswert - und insbesondere als Geschenk vor Weihnachten heiß begehrt", weiß Struif. Bücher mit speziell Wolfratshauser Inhalten seien zudem rar, "und das ist jetzt mal was Frisches", erklärt Filialleiterin Melanie Eidler die große Nachfrage.

2000 Stück zählt die erste Auflage des Wolfratshauser Wimmelbuches, das die Stadt im Eigenverlag herausgab. Sind diese vergriffen, werde man für eine zweite Auflage Gespräche mit Verlagen suchen, sagt Klement.