Wegen höherer Netzentgelte Tölzer Stadtwerke erhöhen Strompreis

Geschäftsführer Michael Hofmann kündigt eine Steigerung um 13 Prozent für das kommende Jahr an. Für sozial schwache Bürger soll es einen Sondertarif geben, Energiesparen will er belohnen.

Von Klaus Schieder

Die Stadtwerke Bad Tölz erhöhen kräftig die Strompreise. Vom 1. Januar kommenden Jahres an müssen die Kunden etwa 13 Prozent mehr als bisher bezahlen. Dies kündigte der Geschäftsführer Michael Hofmann an. Für den durchschnittlichen Klienten, der etwa 2600 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, bedeutet dies, dass er im Monat mit Mehrausgaben von 8,35 Euro zu rechnen hat.

Die Anhebung begründet Hofmann vor allem mit den gestiegenen Netzentgelten. Dieser Tarif, der von der Bundesnetzagentur festgelegt wird, hat sich wegen des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erheblich verteuert. "Bundesweit müssen Netze ausgebaut werden", sagt der Geschäftsführer. So müsse beispielsweise der Strom aus Windparks im Norden in den Süden Deutschlands transportiert werden. Die höheren Entgelte schlagen auch auf einen kleinen Betreiber wie die Tölzer Stadtwerke durch, "das kommt bei uns mit 20 Prozent an", sagt Hofmann. Die Mehrkosten betragen ein Cent pro Kilowattstunde.

Ein weiterer Grund für die Preiserhöhung ist der Anstieg der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, die mit einem Plus von 1,68 Cent pro Kilowattstunde bei den Stadtwerken zu Buche schlägt. Außerdem wird der Aufschlag aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK) um 0,12 Cent pro Kilowattstunde teurer. Hinzu kommt noch die Offshore-Haftungsumlage mit 0,25 Cent. Um Windparks im Meer ans Stromnetz anzuschließen, müssten alle Stromkunden zahlen, erläutert Hofmann. Dies findet er ebenso wenig in Ordnung wie die Ausnahmen, die für große, verbrauchsintensive Unternehmen beim Strompreis gemacht werden.

Circa 100 Euro mehr im Jahr, "das ist schon erheblich für unsere Kunden", sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke. Für sozial schwache Bürger sollen die finanziellen Folgen deshalb ein wenig abgefedert werden. Die Stadt Bad Tölz habe zugesagt, für sie einen eigenen Tarif zu finanzieren, teilt Hofmann mit. Für jene, die eine Sozial-Card besitzt, fällt die Erhöhung demnach um 20 Prozent geringer aus. Aber auch für alle anderen Verbraucher, die Strom von den Stadtwerken beziehen, soll es einen Bonus geben. "Wir wollen im nächsten Jahr einen Einspartarif einführen", kündigt Hofmann an.

Das bedeutet: Wer weniger Energie im Vergleich zum Vorjahr benötigt, bekommt eine Gutschrift. Energiesparen sei ein wesentlicher Baustein der Energiewende, der sich auch die Stadtwerke verschrieben hätten, erklärt Hofmann. "Die Energie, die nicht verbraucht wird, ist die beste Energie." Außerdem denke man darüber nach, allen Kunden, die sowohl Gas als auch Strom beziehen, einen Nachlass zu gewähren.