Unfall 13-Jähriger beim Rodeln am Blomberg schwer verunglückt

Ein 13-Jähriger ist beim Rodeln am Blomberg verunglückt.

(Foto: Bergwacht/oh)

Der Junge wurde erst Stunden später gefunden. Die Polizei bezeichnet seinen Zustand als besorgniserregend.

Von Ingrid Hügenell

Ein 13-jähriger Bub ist am Dienstag bei einem Rodelunfall am Blomberg verunglückt. Der Junge, der aus England zu Besuch in Bayern ist, erlitt dabei schwere Kopfverletzungen. Er wurde laut Polizeibericht erst Stunden nach dem Unfall gefunden. Der Bub sei um 11 Uhr von der Bergstation losgerodelt, aber unten nicht angekommen. Erst um 14.25 Uhr hätten die Angehörigen des Kindes die Polizei benachrichtigt, heißt es in dem Bericht.

Sofort sei die Bergwacht alarmiert worden. Auch Mitarbeiter der Blombergbahn halfen bei der Suche. Zuvor sei der Vater erneut nach oben gefahren und habe selbst nach seinem Sohn gesucht, allerdings erfolglos, berichtet Horst Stahl, der Bereitschaftsleiter der Tölzer Bergwacht. Er habe offenbar zunächst nicht an einen Unfall gedacht, sondern eher geglaubt, der Junge habe sich verirrt. Der Vater sei wieder ins Tal gefahren und habe Mitarbeiter der Bergbahn informiert. Diese riefen die Polizei und begannen selbst mit der Suche.

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Um 15.22 Uhr wurde der Bub laut Stahl endlich gefunden, von einem der Bergbahn-Mitarbeiter. Die ebenfalls alarmierten Bergwachten aus Bad Tölz und Lenggries, letztere mit einem Skidoo ausgerüstet, waren noch unterwegs, als die Meldung kam, dass der Bub entdeckt worden war. Er lag bewusstlos und unterkühlt im Gelände. Zunächst wurde er vom Bergwachtarzt Tobias Reploh mit Sauerstoff versorgt, stabilisiert und aufgewärmt, dann per Hubschrauber und Winde geborgen und ins Murnauer Unfallkrankenhaus geflogen. Seinen Zustand bezeichnete die Polizei am Mittwoch als besorgniserregend. Stahl berichtet, er habe noch am Dienstag in der Unfallklinik erfahren, dass es "gar nicht so schlecht" ausschaue.

Der Unfall ereignete sich Stahl zufolge nahe dem Start der Rodelstrecke. Der Bub müsse die Kontrolle über seinen Schlitten verloren haben, berichtet die Polizei. Er stürzte Stahl zufolge nach links über die Kante des Wegs einige Meter ab und landete etwa zehn Meter unterhalb der Strecke. Beim Fallen müsse er mit dem Kopf gegen einen der zahlreichen dort liegenden Stein geschlagen sein. Dabei erlitt er laut Stahl ein offenes Schädel-Hirn-Traum.

Der Junge lag im offenen Gelände zwischen Felsen, viel Schnee gab es dort laut Stahl nicht. Da er dunkle Kleidung trug, sei er kaum zu sehen gewesen. "Eine Stunde später, und es wäre sehr schwer geworden, ihn zu finden", sagt der Bereitschaftsleiter der Bergwacht.

Die Eltern des Kindes seien zunächst vom Kriseninterventionsteam betreut worden und auch nach Murnau ins Krankenhaus begleitet worden. In der Klinik hätten sich Ärzte und Pflegepersonal sehr nett um sie gekümmert.

Vor fast genau einem Jahr, am 6. Januar 2017, verunglückte ein 16-jähriges Mädchen aus Gaißach auf der Bahn. Ihr Schlitten hob an einer Kuppe ab, sie prallte gegen einen Baum und erlitt Knochenbrüche. An der Rodelbahn komme es aber nur noch selten zu Bergwachteinsätzen, sagt Bereitschaftsleiter Stahl. Das sei früher anders gewesen. Bevor die Strecke ausgebaut und entschärft worden sei, habe die Bergwacht an manchen Tagen vier oder fünf Einsätze dort gehabt. Oft war die Strecke vereist. Seit 2011 hat die Blombergbahn viel Geld in die Sicherheit gesteckt. Kurven wurden entschärft, die Beschilderung verbessert, an einigen Stellen wurden auch Schutzmatten an Zäunen angebracht.

Hatte der ADAC die Bahn im Jahr 2011 noch mit "ausreichend" bewertet, so reichte es 2012 schon für ein "Gut". "Einsätze sind dort nun die Ausnahme", sagt Stahl. Seiner Einschätzung nach legen gerade die jüngeren Wintersportler oft mehr Wert auf Sicherheit als früher, immer mehr trügen auch beim Rodeln einen Helm. "Das haben sie vom Skifahren übernommen." Touristen seien aber häufig nicht so gut ausgerüstet. Auch der 13-jährige Engländer habe keinen Helm getragen. Sonst wäre er nach Stahls Einschätzung wohl nicht so schwer verletzt worden. Der Bergwachtler empfiehlt darüber hinaus, Kleidung in Signalfarben zu tragen, mit der man im Gelände viel besser zu entdecken sei.