Historische Bilder So sieht das Wolfratshauser Wimmelbuch aus

Wolfratshausen im Jahr 1100: Die Burg wird gebaut. Ein paar Seiten weiter kann man in dem Wimmelbuch sehen, wie sie wieder abbrennt.

(Foto: Illustration: Mo Büdinger/oh)

Die Illustratorin Mo Büdinger hat das Werk fertiggestellt: Auf acht Bildern erklärt der "Wastl" etwa die alte Burg, die Flößerei und die Isartalbahn.

Von Claudia Koestler

München hat eines, Paris auch, natürlich London, und nun reiht sich Wolfratshausen ein - mit einem eigenen Wimmelbuch. Von Mittwoch, 16. November, an ist das Druckwerk, das die Stadt Wolfratshausen zunächst im Eigenverlag herausgibt, im Handel und dem städtischen Bürgerbüro erhältlich. Spielende Kinder, schimpfende Nachbarn, wuselnde Fieranten und fleißige Tierchen: Auf jeder Seite wimmelt es von Geschichten. Dass es nun aber auch in "Wolfratshausen wimmelt", so der Buchtitel, entspringt einer Idee der Kulturmanagerin der Stadt, Marion Klement und der Leiterin der Stadtbücherei, Andrea Poloczek.

Auf acht Seiten erzählt die Münchner Grafikdesignerin und Illustratorin Mo Büdinger in der Auftragsarbeit die Geschichte der Flößerstadt. Die visuelle Entdeckungstour Büdingers durch die Loisachstadt beginnt im Jahr 1100 mit dem Bau der Wolfratshauser Burg. Eine weitere Illustration zeigt einen belebten Markt im Jahre 1288. Betrachter können beim Bau der katholischen Pfarrkirche Sankt Andreas um 1484 zuschauen oder an einer Sebastiani-Prozession im Jahr 1666 teilnehmen.

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Geführt werden sie dabei vom "Wastl", auch ins Jahr 1734, in dem die Wolfratshauser Burg abbrannte. Der Wastl erklärt die Welt des traditionellen Flößer-Handwerks ebenso wie die Zeit der Isartalbahn und kommt auch mit in die 1970er Jahre und die Stadtteile der Gegenwart. Auf der Homepage der Stadt Wolfratshausen erzählt der Wastl, gesprochen von Martin Melf und Wiggerl Gollwitzer, die Geschichten zu den Bildern. Der Link und der QR-Code, die dorthin führen, sind auf dem Cover des Buchs zu finden.

Etwa sechs Monate hat Büdinger an dem Wimmelwerk gearbeitet. "Die Aufgabe war sehr spezifisch und die Zeichnungen mussten historisch stimmig sein", erklärt die Münchnerin. Außerdem sollen Betrachter immer und immer wieder auf neue Details stoßen und über kleine Eigenheiten oder gar Verschrobenheiten lachen. Insbesondere, wer die Stadt kennt, mag oder selbst in ihr wohnt, wird Ecken, Geschichten oder Personen wiedererkennen. Zwar habe sie Wolfratshausen bereits vor der Auftragsarbeit gekannt, sagt Büdinger, "aber nicht so, wie ich es jetzt kenne", sagt sie lachend. Den Lesern, hofft die Illustratorin, soll es beim Entdecken der liebenswürdigen Details genauso gehen. Das Wolfratshauser Wimmelbuch kostet 14,95 Euro.

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