Vor dem Informationsabend zur geplanten S-7-Verlängerung gibt sich die Bürgerinitiative Querung Sauerlacher Straße kampfeslustig. Bürgermeisterin Irmer hofft auf eine sachliche Atmosphäre.
"Die Betroffenheit ist groß" - mit diesen Worten beschreibt Alfred Fraas, der Vorsitzende der "Bürgerinitiative zur Querung der Sauerlacherstraße mit der S-Bahn in Wolfratshausen" (BIQ) die Stimmungslage im Vorfeld der Info-Veranstaltung am heutigen Mittwoch in der Loisachhalle. Wie berichtet, will die Deutsche Bahn AG dort öffentlich die Planfeststellungsunterlagen zur geplanten S-7-Verlängerung erläutern, die sie beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht hat. Alfred Fraas rechnet zwar nicht damit, dass die gereizte Stimmung dort eskaliert - "randalieren werden wir von der BIQ ganz bestimmt nicht". Wohl aber seien schon jetzt sehr viele BIQ-Mitglieder entschlossen, auch privat alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen und juristische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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Ist diese Aussicht bald alltäglich in Wolfratshausen? Die Geretsrieder warten schon lange darauf, dass die S 7 verlängert wird. Doch einige Wolfratshauser fürchten lange Autoschlangen an dieser Schranke, Staus, die sich auf die ganze Stadt auswirken. (© Manfred Neubauer)
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Die Tendenz ist es, sich anwaltschaftlich vertreten zu lassen," sagt Fraas. Die Gewissheit, dass es eine solche Bereitschaft unter den Schrankengegnern gibt, leitet er aus einer anonymen schriftlichen Umfrage ab, die der BIQ-Vorstand letzte Woche anlässlich der Jahreshauptversammlung unter den Mitgliedern angestellt hat.
Hauptsorge neben den aus Sicht der BIQ drohenden Verkehrsbehinderungen ist Fraas zufolge, dass sich die Ausweglosigkeit der Schrankenlösung schon nach wenigen Jahren zeigen werde und dann als einziger Ausweg "der Grand Canyon" bleibe - die Tieferlegung der Sauerlacher Straße. Ein solcher Eingriff werde die Situation aber nur noch verschlimmern. Was die Entschlossenheit der BIQ betrifft, müsse das Eisenbahn-Bundesamt jedenfalls jetzt schon wissen, "auf was es sich da einlässt", gibt sich Fraas kampflustig.
Relativ gelassen zeigt sich im Vorfeld der Wolfratshauser Bürgermeister Helmut Forster, der alle Stadträte, sowie die Abteilungs- und Amtsleiter zur Teilnahme am Infotreffen eingeladen hat. Er rechnet, was den Trassenverlauf auf Wolfratshauser Flur betrifft, nicht mit Überraschungen. Am bisher geplanten Gleisverlauf werde sich sicherlich nichts mehr ändern, sagt Forster, der auch der Meinung von Fraas widerspricht, dass die Stadt selbst von Enteignungen im Bereich des Gleisdreiecks bedroht sei - städtische Grundstücke seien nicht tangiert. Forsters Vorab-Fazit zum Infotreffen: "Wir schauen uns das an, aber wir rechnen nicht mit Neuigkeiten."
Ebenso entspannt, freilich aus anderer Perspektive, sieht die Geretsrieder Bürgermeisterin Cornelia Irmer der Veranstaltung der Bahn entgegen. Ihr geht es erklärtermaßen vor allem darum, das Verfahren plausibel zu machen, das ja schließlich nichts Alltägliches sei. "Die Bürger sollen erfahren, was ich tun kann und an wen ich mich gegebenenfalls wenden muss, schließlich bauen wir ja nicht jeden Tag eine neue S-Bahn", sagt Cornelia Irmer.
Somit werde heute wohl kaum über die Planung der Trasse selbst, sondern in erster Linie über den Ablauf des Verfahrens diskutiert werden. Sie sei jedenfalls "froh, dass die Bahn diese Veranstaltung macht" und hoffe ungeachtet der Interessensgegensätze zwischen den beiden Städten auf eine sachliche Atmosphäre.
Das Recht, eigene Einwände vorzubringen, habe jeder, versichert Ines Schantz, Pressesprecherin der Regierung von Oberbayern, die das Planfeststellungsverfahren abwickelt. "Es ist niemand von vornherein ausgeschlossen." Wie die jeweiligen Bedenken bewertet und wie weit sie dann berücksichtigt werden, sei eine andere Sache.
Mögliche Einwände rechtzeitig geltend zu machen, sei aber in jedem Fall wichtig, betont Ines Schantz. Denn nur wer sich schon im Rahmen des Verfahrens zu Wort gemeldet habe, sei später berechtigt, gegen den vom Eisenbahn-Bundesamt erlassenen Planfeststellungsbeschluss zu klagen.
Die Info-Veranstaltung der Deutschen Bahn beginnt am Mittwoch, 25. Januar, um 19 Uhr, Einlass ist bereits ab 18 Uhr.
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(SZ vom 25.01.2012)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
Also um es gleich zu sagen, ich bin nicht in der BIQ aber was von Ihnen Hypolyth hier geschrieben wird ist ein Zeichen, dass Sie die Stelle gar nicht kennen.
Erstens einmal ist genau diese Stelle wegen der Umsteigemöglichkeit von Bahn auf Bus ein vitaler Verkehrspunkt in Wolfratshausen, d.h. mit der Schrankenlösung wird auch der Busverkehr beschnitten. Momentan wird das damit wegdiskutiert, dass mit der Verlängerung ja weniger Busverkehr notwendig ist. Diejenigen die trotzdem mit dem Bus fahren müssen sind halt die Deppen.
Zweitens ist die Verkehrsplanung in Wolfratshausen dermaßen daneben gegangen, dass Wolfratshausen ständig kurz am Infarkt vorbei manövriert. Und für neue Straßen fehlt einfach die Möglichkeit.
Drittens (und das ist meiner Meinung nach der wichtigste Punkt) fährt die S7 dermaßen unzuverlässig dass man von Glück reden kann, wenn man pünktlich ankommt. Ich habe in 4 Jahren täglicher S-Bahnfahrt ca. 20 Tage gehabt an denen sie morgens und abends pünktlich war. Oft ist sie gar nicht gefahren oder hat plötzlich bei Siemenswerke bekannt gegeben, dass sie nicht mehr weiterfährt. Ich habe mir als Konsequenz ein Auto angeschafft, da das keine Zustände sind.
Die BIQ betrachtet das Problem seit Beginn an von der falschen Seite. Nicht die S-Bahn verursacht einen Stau, sondern die Autoflut an sich. Das Auto ist das Verkehrshindernis. Ohne S-Bahn wird das Autoverkehrsproblem weiter zunehmen und alle um Wolfratshausen liegenden Ort mit zukünftig noch mehr Autoverkehr belasten und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Auch München könnte mit der S-Bahnverlängerung auf zumindest stagnierende Autopendlerstaufahrten hoffen.
Der Versuch der BIQ das Wolfratshauser Autostauproblem zukünftig mit noch mehr Autofahrten zu bekämpfen wird nicht aufgehen. Weniger ÖPNV führt zu mehr Autoverkehr und dies führt zu mehr Autoprobleme und mehr Autoverkehrskollaps.
München Stadt und die Landkreise ins Oberland werden mehr und mehr Bevölkerungswachstum aufweisen, auch weil es dort so schön ist. Aber mehr Autoverkehr bedeutet wesentlich mehr Straßen. Und mehr Autos = mehr Straßen = mehr Stadt-, Landschaftszertörung und wesentlich weniger Lebensqualität.
Die BIQ blockiert damit auch weitere verkehrliche Entwicklungen im Landkreis MB. Wenn selbst in Tegernsee über eine Trambahn positiv Trambahn diskutiert wird, hängt man in Wolfratsthausen der Autoverkehrspolitik der 1960 - 1970 Jahre an. Die Formel: Mehr und besserer ÖPNV = weniger Autoproblem und bessere Lebensqualität ist scheinbar von der BIQ noch nie gehört worden.