Nach versuchter Vergewaltigung DNA-Spur führt nach Münsing

15 Männer werden zur Speichelprobe gebeten.

Von Claudia Koestler

Nachdem eine 26-jährige Frau aus Münsing im Juni dieses Jahres erfolgreich eine Vergewaltigung abwehren konnte, weitet die Kriminalpolizei ihre Suche nach dem Täter aus. Mit Hilfe einer DNA-Reihenuntersuchung soll der Unbekannte ermittelt werden. 15 Männer aus Münsing werden deshalb in Kürze gebeten, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben.

In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin in München gelang es der Polizei inzwischen, eine DNA-Spur herauszuarbeiten, die laut Stefan Sonntag, Pressesprecher im Polizeipräsidium Oberbayern Süd, "offensichtlich vom Täter des Gewaltverbrechens stammt". Ein Abgleich in der DNA-Datenbank verlief jedoch ergebnislos. Ende August hatte die Polizei deshalb bereits drei oder vier Männer aus Münsing, auf die die Täterbeschreibung der Frau zutraf, gebeten, eine Probe für einen DNA-Abgleich abzugeben. Diese sind nach Angaben von Sonntag noch nicht ausgewertet. Denn aufgrund der Beschreibung habe sich der Kreis von Verdächtigen inzwischen auf 15 Personen erhöht. Durch diese hohe Zahl werde laut Sonntag eine DNA-Reihenuntersuchung nötig, für die bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Unter anderem brauchte es vorab eine Anordnung des Amtsgerichts, weshalb die bisher genommenen Proben nun erst im Rahmen der Reihenuntersuchung mit ausgewertet werden können.

Die Münsingerin wollte am 25. Juni nach der Johannifeier des örtlichen Burschenvereins gegen 3.30 Uhr nach Hause gehen. Als sie rund 200 Meter vom Festgelände entfernt war, wurde sie von einem bis heute unbekannten Täter überrascht und zu Boden gerissen.

Laut Kriminalpolizei wollte er sie vergewaltigen, scheiterte aber, weil sie sich wehrte. Die Frau beschrieb den Mann als 1,65 bis 1,70 Meter groß, mit kurzen dunklen, schwarzen Haaren und dunkler Hautfarbe. Dass die Kriminalpolizei daraufhin bei der ersten DNA-Untersuchungsreihe Asylbewerber bat, eine Speichelprobe abzugeben, hatte zu Kritik geführt. Ob es sich bei dem nun erweiterten Kreis ebenfalls ausschließlich um Asylbewerber handelt, konnte Sonntag auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. Zur freiwilligen Abgabe der Speichelprobe werde eingeladen, auf wen die Beschreibung zutreffe und wer im Bereich der Gemeinde wohne. "Das könnten überwiegend Asylbewerber sein, aber natürlich können auch braun gebrannte Münsinger darunter sein", sagt er. Sonntag gibt zu bedenken, dass die freiwillige Teilnahme am Screening auch zur Entlastung Unschuldiger beitragen könne.

Die genommenen DNA-Proben würden ausschließlich mit der Tatortspur verglichen. Eine Speicherung des Gencodes oder ein Vergleich mit gespeicherten Mustern wird ihm zufolge nicht vorgenommen. "Nach dem Abgleich werden unzutreffende DNA-Muster nach den gesetzlichen Bestimmungen vernichtet", sagt Sonntag. Das Ergebnis, ob der Gesuchte unter den 15 Verdächtigen ist oder nicht, wird dem Pressesprecher zufolge "in wenigen Wochen" vorliegen. Sollte der Täter nicht darunter sein, werde die Suche nochmals ausgeweitet.