Stichwahl in Geretsried Michael Müller siegt souverän

74 Prozent - der CSU-Kandidat kann sich in die Arbeit stürzen

Von Thekla Krausseneck

Noch vor 19 Uhr stand das Ergebnis in Geretsried fest: Der neue Bürgermeister heißt Michael Müller. Dem CSU-Kandidaten gelang es, 74,04 Prozent aller Stimmen zu holen. Kontrahent Robert Lug (Freie Wähler) erlangte 25,96 Prozent, nur 2043 Geretsrieder hatten ihm ihre Stimme gegeben. Die Wahlbeteiligung in Geretsried hatte die der Kommunalwahl vor zwei Wochen nur leicht unterboten: 42,81 Prozent, also 7923 der 18 506 stimmberechtigten Geretsrieder, waren am Sonntag in den zwölf Wahlbezirken an die Urnen getreten. Vor zwei Wochen hatte die Wahlbeteiligung ebenfalls niedrig, nämlich bei 47,68 Prozent gelegen.

Die CSU erwartete das Ergebnis im Gasthof Geiger, wo die Partei einmal im Monat ihren in der Regel gut besuchten Stammtisch abhält. Die Freien Wähler hatten den kleinen Ratsstuben-Saal gemietet. Im Anschluss an die Auszählung trafen sich die Kandidaten im Rathaus, wo Michael Müller eine kurze Ansprache hielt. "Geretsried hat einen neuen Bürgermeister und dieser Bürgermeister heißt Michael Müller", sagte er. "Ich gebe das Versprechen, dass ich alles tun werde, um diesem Ergebnis auch gerecht zu werden."

Bürgermeisterin Cornelia Irmer, die ihrem frisch gewählten Nachfolger gratulierte, tat dies mit den Worten: "Ich drücke Ihnen sämtliche Daumen." Sie kündigte an, für eine Übergabe mit Müller einige Termine zu vereinbaren. Die Übergabe sei ihr ein besonders Anliegen. Als sie vor zehn Jahren ihr Amt antrat, habe es nämlich keine gegeben. Von offizieller Seite her zeigte Irmer kein Bedauern über den Ausgang der Wahl, von privater Seite her räumte sie jedoch ein, "mitgefiebert" zu haben, schließlich seien sie und Lug schon seit zehn Jahren befreundet.

Lug zeigte sich den Abend über gefasst. Das Ergebnis überrasche ihn, sagte er. Ob er es in sechs Jahren noch einmal als Kandidat versuchen werde, wisse er derzeit noch nicht. Irmer hatte 2004 die Bürgermeisterwahl gegen Amtsinhaber Hans Schmid (CSU) gewonnen: Sie holte damals mit 58,48 Prozent der Stimmen, Schmid lediglich 41,52 Prozent. Somit bekommt Geretsried nach zehn Jahren wieder einen Bürgermeister von der CSU.

Müller erklärte zum Ausgang, er sei erleichtert über das Ende der Wahlkampfzeit. Jetzt könnten alle wieder nach vorne blicken.