Schulabschluss Gedanken über die Zukunft

Absolventen der Beruflichen Oberschule in Bad Tölz verabschiedet

Von Franziska Ulrich, Bad Tölz

Junge Frauen in Dirndl, High Heels und mit Flechtfrisuren und junge Männer in Lederhosen und mit sorgfältig gestylten Haaren strömen am Donnerstagnachmittag ins Tölzer Kurhaus, um ihre Fachabitur und Abiturzeugnisse entgegen zu nehmen. Die 377 Absolventen kamen auf einen Gesamtdurchschnitt von 2,78, eine Eins vor dem Komma hatten 35 Absolventen. Analena Wilhelm aus der FOS 12 leitet die Verleihung mit einem Stück an der Harfe ein. Die leisen Klänge sind fast nicht zu hören, da sich die Menge angeregt unterhält.

Als Studiendirektor Markus Theil, im Nebenberuf Eurosport-Kommentator, auf die Bühne tritt, hat er sofort die Aufmerksamkeit. Er beginnt seine Rede mit dem Abstieg von 1860 München und fragt die Gäste in der ersten Reihe nach ihrer Meinung. Der stellvertretende Landrat Klaus Koch sagt, seine drei Söhne seien FC Bayern Fans. Sein jüngster Sohn habe in diesem Jahr an der Beruflichen Oberschule sein Abitur gemacht, sei allerdings verhindert. Das Zeugnis seines Sohn bekomme er nicht, da dieser nicht alle Bücher abgegeben habe. Dann begrüßt Theil die Absolventen. "Jeder hat auf das Zeugnis gewartet, manche mit Bangen, manche mit Zuversicht", sagt er. Direktorin Marie- Anna Grimm beginnt ihre Rede mit "Es war einmal", als sich die Absolventen gefragt hätten, welche die richtige Ausbildungsrichtung sei, welche Rolle man in der Klasse übernehmen werde - als Rumpelstilzchen, als Riese oder doch als Dornröschen.

Mittlerweile hätten die Abiturienten sich verwandelt, in Bildungsprinzen und -prinzessinnen und hätten die Aufgabe selbst zu urteilen, sich eine eigene Meinung zu politischen Themen zu bilden. Sie ruft dazu auf, kritisch gegenüber Trumps Politik und der Beschränkung der Pressefreiheit zu bleiben. Die Aufgabe, den Frieden und die Sicherheit in Europa und der Welt zu erhalten, liege in den Händen der Abiturienten. Grimm bedankt sich bei den Lehrkräften, die Schüler aus den unterschiedlichsten Bildungszweigen und Bundesländern bis zum Abitur geführt haben. Die Abiturientin Analena Wilhelm hat sich in ihrer Rede Gedanken über die Zukunft gemacht. Sie sieht die Herausforderungen in der Digitalisierung, alternden Gesellschaft und der Globalisierung. Der Glaube an sich selbst sei dabei wichtig, betont Wilhelm und sagt: "Wir sind die Jugend. Die Jugend ist die Zukunft. Und es liegt an uns, diese zu gestalten."