Pläne für die Flinthöhe Hallenbad rückt in den Fokus

Sprungturm, Rutsche, Sauna, Salzgrotte, Kneippbecken und mehr: Das Tölzer Hallenbad hat bereits einiges zu bieten.

(Foto: Manfred Neubauer)

Nachdem das Wellnessbad "Natura Tölz" vom Tisch ist, konzentriert sich die Politik wieder auf die bestehende Einrichtung. Die Stadtwerke regen an, die Bürger nach ihren Wünschen zu fragen.

Von Klaus Schieder

Es blieb nur eine Vision. Nach dem Ende des Spaßbades "Alpamare" hätte das Wellnessbad "Natura Tölz" zum neuen Anziehungspunkt für Gäste werden sollen. Aber ein solches Spa hätte in Bad Tölz - auch wegen der Konkurrenz ringsum - kaum genügend Besucher gefunden, um wirtschaftlich betrieben zu werden. Seit der Stadtrat deshalb die jahrelang diskutierten Pläne verworfen hat, rückt das einzige Bad wieder in den Fokus, das Bad Tölz noch hat: das Hallenbad auf der Flinthöhe.

Schon vor gut zwei Jahren, als das Alpamare schloss, habe er gefordert, den familiengerechten Ausbau dieses Schwimmbads anzugehen, sagt Stadtrat Michael Lindmair (FWG). Solchen Überlegungen will sich Walter Huber nicht verschließen. Allerdings hielte es der Leiter der Tölzer Stadtwerke, die das Bad auf der Flinthöhe betreiben, für ratsam, vor weiteren Schritten erst einmal die Bevölkerung zu fragen. "Sie soll sagen, was sie will", schlägt Huber vor.

Ein Foyergebäude mit viel Glas, fünf Saunen nach den chinesischen Elementen, Ruhezonen, einem kleinen Restaurant und sportkinesiologischer Philosophie - damit hätte das "Natura Tölz" vor allem ein älteres Publikum anlocken sollen, das im Urlaub auch seine Gesundheit pflegt. Ein 25-Meter-Becken mit Sprungturm und kleiner Wasserrutsche, eine große Saunazone mit Außenbereich, Salzgrotte, Kneipp- und Tauchbecken, Kelosauna, Heusauna, Aromasauna, Infrarotkabine und Dampfbad - all dies bietet das Hallenbad, das vor allem Familien und Sportvereine besuchen. Das sei kein Spaßbad wie das Alpamare und auch kein Wellnessbad wie das Natura Tölz, sagt Huber. "So ohne" sei es aber nicht und etwa mit dem Badepark in Bad Wiessee durchaus vergleichbar. Was es künftig nun genau sein solle, müsse in einer Basisentscheidung geklärt werden, meint der Chef der Stadtwerke, die ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Kommune sind. Auch deshalb, damit man hernach nicht ständig nachjustieren müsse, weil Kritik von Leuten komme, "die immer alles besser wissen".

Einen weiteren Ausbau des Tölzer Schwimmbads hält Huber für möglich, allerdings nur in Maßen. Der Platz auf der Flinthöhe ist nun einmal beschränkt: Im Norden führt die Bundesstraße 472 vorbei, im Westen schließt sich das DAV-Kletterzentrum an, im Osten die Tanzsportschule und das Landratsamt, im Süden der Sportplatz. Vorstellen kann sich Huber, einen Anbau für Duschen und Umkleideräumen auf dem Parkplatz zwischen Bad und B 472 zu errichten. Dafür könnte ein kleiner Kinderbereich mit Planschbecken im derzeitigen Umkleidetrakt entstehen. Zwischen der Tanzsportschule und dem Landratsamt wäre dem Stadtwerkeleiter zufolge ausreichend Platz für einen Whirlpool. Das seien allerdings nur Ideen, die er ins Blaue hinein spreche, schränkt er ein: "Das ist eine politische Entscheidung, die man aber in der Bevölkerung gut abfedern sollte."

Schon jetzt schreiben die Tölzer Stadtwerke mit dem Hallenbad keineswegs schwarze Zahlen. Energiekosten, Wasserkosten, Personalkosten - "pro Jahr legen wir rund 300 000 Euro drauf", teilt Huber mit. Wäre es rein theoretisch auf dem Areal möglich, die Einrichtung mit allerlei Attraktionen in ein Erlebnisbad á la Alpamare zu verwandeln, käme gut das Doppelte an Unterhaltskosten hinzu. Nötig wären laut Stadtwerkeleiter dann mehr als 250 000 Besucher im Jahr, damit sich das Ganze überhaupt rechnet. Die Erweiterung zu einem Spa á la Natura Tölz kann er sich ebenfalls nicht vorstellen. Ein solches Bad habe lediglich eine Zielgruppe, nämlich betuchte Erwachsene. Außerdem finde sich eine Sauna heutzutage schon in jedem Keller moderner Häuser. Auch wenn ein Spa weniger Besucher benötigt als ein Spaßbad, um rentabel zu sein: "Ich weiß nicht, ob wir die Frequenz haben werden", erklärt Huber.

Auch die maßvolle Erweiterung um eine neuen Umkleidebau und einen Whirlpool wäre für die Stadt nicht gerade billig. "Da ist man ganz leicht die erste Million los", sagt der Stadtwerke-Chef. Allzu viele Bedenken mag er aber nicht in die aufkeimenden Debatte ums Hallenbad streuen. Schließlich sei man mit fünf Bademeistern personell gut aufgestellt, auch für einen Ausbau. "Und finanziell schaffen wir das." Nächstes Jahr soll das Schwimmbad auf der Flinthöhe ohnedies noch eine weitere Attraktion bekommen, so eine Art gläserne Wintergartensauna.

Neue Impulse zur Entwicklung des Hallesbads will die Tölzer CSU setzen. In der Vergangenheit seien immer wieder mal Verbesserungen diskutiert worden, erklärt CSU-Ortsvorsitzender Ingo Mehner. "Viele Tölzerinnen und Tölzer haben gute Ideen zur Entwicklung unseres Hallenbades." Deshalb laden die Christsozialen am Mittwoch, 21. Februar, 20 Uhr, zu einem Diskussionsabend in das Gasthaus Kolberbräu in der Marktstraße ein. "Wir wollen dazu beitragen, eine Lösung zu finden", sagt Mehner: "Es geht uns nicht darum, ein fertiges Konzept zu präsentieren."