Klinikum Penzberg Eine Operation für die Zukunft

Die Klinik weiht zwei OP-Säle und einen Anästhesie-Raum im Neubau ein. So will das Haus künftig mehr Patienten behandeln.

Von Klaus Schieder, Penzberg

Ob die Patientin nun Glück oder eher Pech hat, mag Dr. Rainer Miksch nicht beantworten. "Je nachdem, wie man es sehen will", sagt der Chefarzt der Chirurgie im Klinikum Penzberg. Die Frau soll an der Schulter operiert werden, und wenn alles nach Plan läuft, geschieht der Eingriff an diesem Dienstag in einem der beiden neuen Operationssäle. "Wir sind sehr stolz, dass es endlich losgeht", sagte Geschäftsführerin Jasmin Taube bei der Einweihung am Montag. Etwa 4,3 Millionen Euro kostet der Neubau mit den zwei OP-Räumen, der in nur neun Monaten Bauzeit entstand. Noch einmal 3,2 Millionen fließen in den Umbau des alten OP-Trakts, wobei ein Saal in einen Aufwachraum umgewandelt wird, einer für Eingriffe erhalten bleibt.

Eine Erweiterung des chirurgischen Spektrums in Penzberg geht damit vorerst nicht einher. Das Krankenhaus, das seit 2012 als Tochter zum kommunale geführten Klinikum Starnberg gehört, bietet neben Orthopädie, Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie auch endokrine Chirurgie bei Krankheiten der Schilddrüse an. Außerdem gibt es noch eine Hauptabteilung für Plastische Chirurgie und Handchirurgie. Insgesamt nehmen die Ärzte am Penzberger Klinikum zwischen 2000 und 2500 Operationen im Jahr vor. Geschäftsführerin Taube ist damit ganz zufrieden, findet aber, "es könnten noch mehr sein". Chefarzt Miksch glaubt, dass das medizinische Angebot durch die neuen OP-Säle künftig etwas ausgedehnt werden könnte. "Es kommt noch was dazu", ist er sich sicher. Seine Kollegin Dr. Eva-Maria Baur äußert sich vorsichtiger. Das entwickle sich "nicht zwangsläufig durch OP-Säle, sondern durch die Operateure", sagt die Leiterin der Plastischen Chirurgie.

Genug Platz für Eingriffe: Das Klinikum Penzberg verfügt nun über zwei neue, jeweils 42 Quadratmeter große OP-Säle.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Der Patient kommt zunächst zum Umbetten in einen Vorraum und weiter in den Einleitungsraum, der für zwei Kranke ausgelegt ist. Dort erfolgt die Narkose. "Der Vorteil ist, dass es hier sehr ruhig ist", sagt Christian Bauereis, Leitender Arzt der Anästhesie. Das Ambiente, das vor allem durch dunkelbraune Holztüren geprägt ist, werden man noch verschönern, damit der Patient "nicht in Lampen, sondern auf Bilder" schauen könne. Die zwei, jeweils 42 Quadratmeter großen OP-Säle befinden links und rechts vom Narkoseraum. Hinter ihnen liegt ein langer Gang mit Tageslicht, in Regalen werden dort medizinische Mittel lagern, die für eine OP nötig sind und per Aufzug über eine luftdichte Schleuse angeliefert werden.

Die Gesamtausgabe von rund 7,5 Millionen Euro stemmt vor allem das vom Landkreis geführte Klinikum Starnberg, das 4,5 Millionen übernimmt. "Das ist eine Investition in die Zukunft", sagte Geschäftsführer Thomas Weiler. Die beiden neuen Säle entsprächen den aktuellen Richtlinien und dienten dazu, nicht gerade noch machen zu dürfen, was man bisher schon getan habe. "Man will ja nicht unter Bestandsschutz operieren, sondern unter modernen Bedingungen", so Weiler. Zwei Millionen Euro steuert die Regierung von Oberbayern bei, je eine halbe Million kommen vom Landkreis Weilheim-Schongau und von der Stadt Penzberg. Viel Geld fließe in die Technik, die Hygiene und die Luftreinheit, sagt Geschäftsführerin Taube. Was die Raumluft im OP-Bereich anbelangt, genügt der Klinikum fortan der Klasse 1a - dem höchsten Standard. In weiteren neun Monaten will Architekt Sebastian Sefzik auch den zweiten Bauabschnitt beenden, den Umbau der alten OP-Säle. "Das wird am Montag losgehen, wir entkernen bis auf den Rohbeton", kündigte Sefzik an.

Gleich neben dem Haupteingang befindet sich der Neubau (re.).

(Foto: Pöstges)

Den Chirurgen ist die Vorfreude auf ihren neuen Arbeitsplatz bei der Einweihung anzumerken. Dr. Miksch war während der Bauphase mehrmals in dem Neubau, der im Erdgeschoss noch die neue Praxis der Gynäkologen Dr. Sebastian Zuber und Dr. Michal Bendl beherbergt. Aber da sah er bloß, was man auf jeder Baustelle zu sehen bekommt: herunterhängende Kabel, unverputzte Wände, Türrahmen ohne Türen. Jetzt allerdings, wo alles fertig ist, äußert er sich begeistert. "Das sieht super aus, klasse, richtig toll." Dr. Baur freut sich, dass die Säulen der OP-Tische nicht mehr in der Mitte fixiert sind. Das erlaubt ihr, die Patienten etwas nach rechts zu drehen, wenn sie auf der linken Seite operiert werden müssen. Und noch etwas ist neu: Auf den Tischen können künftig auch schwergewichtige Patienten liegen, die bis zu 250 Kilogramm auf die Waage bringen. Bislang war da bei etwa 140 Kilo die Höchsttraglast erreicht.