Flüchtlinge Asyl für Kinder und Jugendliche

Die Stadt München macht ihr Schullandheim in Münsing-Seeheim zu einem Wohnheim für minderjährige Flüchtlinge. Auch "Inselhaus" und Tölzer Jugendhaus sind auf die Betreuung vorbereitet

Von Matthias Köpf, Münsing/Wolfratshausen

In der Gemeinde Münsing werden von Montag an unbegleitete junge Asylbewerber eine Zuflucht finden. Die Stadt München macht ihr dortiges Schullandheim Seeheim, in dem bereits im September kurzzeitig 70 erwachsene Asylbewerber untergebracht waren, zu einem Wohnheim für minderjährige Flüchtlinge. Für Montag werden 25 Neuankömmlinge erwartet, insgesamt sollen dort aber bis zu 75 junge Asylbewerber unterkommen. Dies haben am Freitagnachmittag das Sozialreferat der Stadt München und der Münchner Verein Condrobs bestätigt, der das Heim betreiben wird und dafür in Stellenanzeigen Sozialpädagogen sucht.

Unterdessen bereitet sich das Wolfratshauser "Inselhaus" darauf vor, junge Flüchtlinge aufzunehmen, die schon etwas länger im Land sind. Im Inselhaus bemühe man sich derzeit darum, schon möglichst frühzeitig gute Bedingungen für die erwarteten junge Menschen zu schaffen, die als Minderjährige nach den entsprechenden Kriterien der Jugendhilfe betreut werden müssen. Dies sagten die beiden Inselhaus-Geschäftsführer Angelika Schmidbauer und Rolf Merten am Freitag in einem Pressegespräch. Als Heime für Kinder und Jugendliche sind im Landkreis das Wolfratshauser Inselhaus mit seinen Einrichtungen in Eurasburg-Lengenwies und in Geretsried sowie das Tölzer Jugendhaus die ersten Ansprechpartner des Jugendamts. Das Inselhaus pflegt zusätzlich noch ein ähnliche Kooperation mit dem Landkreis Starnberg.

Heimleiterin Verena Volling und ihr Hund Mädi, sind bereit: Die jungen Flüchtlinge, die im "Inselhaus" Eurasburg erwartet werden, können kommen.

(Foto: Harry Wolfsbauer )

Vor einigen Tagen sind im Inselhaus in Lengenwies zwei 13 und 15 Jahre alte Jungen aus Afghanistan und Nigeria angekommen. Drei weitere Plätze hat das Inselhaus noch frei und als solche dem Landratsamt sowie dem Münchner Sozialamt angeboten, das die jungen Flüchtlinge nach einigen Monaten in einer Erstaufnahme-Einrichtung auf feste Wohnplätze verteilt. In der kommenden Woche würden wohl auch diese drei regulären, schon bisher bestehenden Plätze belegt, erwartet Schmidbauer. Zusätzlich wolle man in Lengenwies in zwei Nebengebäuden noch sechs bis acht neue Plätze schaffen.

Das Inselhaus versucht, Ruhe in die gesamte Thematik zu bringen und durch vorausschauende Planung nicht einfach ein Kontingent an Flüchtlingen zugeteilt zu bekommen, sondern im Voraus schon passende Lösungen zu finden, die den jungen Asylsuchenden ebenso gerecht werden wie den Wohngruppen, in denen sie leben sollen. Die Flüchtlinge, die meist im Jugendalter, aber manchmal auch noch Kinder sind und schon ein Viertel- bis ein halbes Jahr in Erstaufnahme-Einrichtungen verbracht haben, sollten sich die Plätze am besten zusammen mit ihren bisherigen Bezugspersonen ansehen können und möglichst selbst entscheiden.

Das Schullandheim der Landeshauptstadt München hat bereits vor kurzem Asylbewerber beherbergt. Jetzt sollen junge Flüchtlinge aufgenommen werden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Schmidbauer und Merten erwarten, dass neben den bestehenden und den geplanten Kapazitäten beim Inselhaus und im Tölzer Jugendhaus noch viele weitere Plätze nötig sein werden. Das Inselhaus suche dazu möglichst zentral und verkehrsgünstig gelegene große Wohnungen oder ganze Häuser zur Miete sowie pädagogisches Fachpersonal, das die Flüchtlinge entweder in Heimgruppen, in externen Wohngruppen oder auch bei geeigneten Gastfamilien fachkundig betreuen kann. Ein weiterer Wunsch wäre ein ehrenamtlicher Kreis von Juristen, die den Flüchtlingen in Rechtsfragen und im Asylverfahren zur Seite stehen könnten.

Als größere Unterkunft für höchstens 14 junge Flüchtlinge zeichnet sich laut Merten weiterhin der Internatstrakt der Wolfratshauser Landwirtschaftschule ab, der nach nötigen kleineren Umbauten wohl vom kommenden Jahr an zu Verfügung stehen werde. Der Landkreis habe sich für den Notfall auch Hotelzimmer gesichert, was zumindest in den baulichen Aspekten den unverändert strengen Auflagen der staatlichen Heimaufsicht genüge.