Lenggries 30 Übernahmen, 70 Abfindungen

Betriebsrat der Reha-Klinik stellt Einigung mit Asklepios in Aussicht.

Von Petra Schneider

Die letzte Verhandlungsrunde mit dem Asklepios-Konzern ist gelaufen: Am Faschingsdienstag hat der Betriebsrat der geriatrischen Fachklinik in Lenggries, die zum 30. Juni geschlossen wird, über die Vereinbarungen beraten. Noch gebe es Diskussionsbedarf, sagt Betriebsratsvorsitzender Lothar Conrad. Er geht aber davon aus, dass der ausgehandelte Sozialplan bis Ende der Woche unterzeichnet wird. Die Abfindungen entsprächen "durchschnittlichen Regelungen". Laut Conrad sollen 30 der rund 100 Mitarbeiter an die Asklepios-Klinik nach Bad Tölz übernommen werden - eine Zahl, die Asklepios-Sprecher Christopher Horn allerdings nicht endgültig bestätigen will, "solange die Einigung nicht unterschrieben ist". Nach Aussagen des Betriebsratsvorsitzenden Conrad will Asklepios die in Frage kommenden Mitarbeiter im Laufe der nächsten zwei Wochen ansprechen. Diese würden laut Conrad "überwiegend" in der neuen Hauptabteilung Akutgeriatrie weiter beschäftigt, die Asklepios zum 1. Juli in der Tölzer Klinik eröffnen will. Vor allem für die ortsgebundenen Mitarbeiter sei das Angebot "interessant", glaubt Conrad. "Aber ich höre auch von manchen, dass sie nicht weiter für Asklepios arbeiten wollen." Zu groß seien der Ärger und das Unverständnis über die plötzliche Schließung und die völlig unvorhergesehenen Kündigungen der mehr als 100 Mitarbeiter. Im Januar hatte der Asklepios-Konzern überraschend verkündet, die Lenggrieser Klinik für geriatrische Rehabilitation sei verkauft und werde geschlossen. Neuer Besitzer ist die Bergweg 21 Immo GmbH, hinter der die Luxemburger Aktiengesellschaft Action Sports steckt.

Schwierig könnte es für die sieben Bürokräfte werden, die in Lenggries zurzeit an der Patientenaufnahme und in der Verwaltung beschäftigt sind. Pflege- und Therapiekräfte hätten dagegen keine Probleme, neue Jobs zu finden, ist Conrad überzeugt. "Wir bekommen viele Anfragen von Arbeitgebern aus der Region" - auch von der Kreisklinik Wolfratshausen, die am 1. Mai eine Akutgeriatrie mit 20 Betten in Betrieb nehmen will. Bereits vor einigen Wochen hat die Kreisklinik entsprechende Stellenanzeigen geschaltet. Mitarbeiter der Lenggrieser Fachklinik würden regelrecht "umworben", sagt Conrad. Die Klinikkette Asklepios tue gut daran, diejenigen, die nach Tölz übernommen werden sollen, zeitnah anzusprechen. "Die Leute orientieren sich sonst anderweitig."