Initiative Nicht sitzenlassen

Zur Bank am Münsinger Dorfplatz könnte eine zweite hinzukommen: eine Mitfahrbank.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Münsing beteiligt sich am Projekt "Mitfahrerbänke"

Die Gemeinde Münsing will sich an der landkreisweiten Initiative für sogenannte Mitfahrerbänke beteiligen. Vier davon sollen bald in Münsing stehen. Dafür hat sich der Gemeinderat ausgesprochen. Als Standorte sind die Dorfplätze in Münsing und Degerndorf, das Holzhauser Feuerwehrhaus und auf Anregung von Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland) die Rosswoad beim Ortseingang von Ammerland vorgesehen.

Das System der Mitfahrerbänke funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Wer mitgenommen werden will, setzt sich auf eine eigens gekennzeichnete Bank. Autofahrer können dann anhalten und den Wartenden kostenlos mitnehmen. Bürgermeister Michael Grasl (FW) warb für das Projekt. Gerade Bewohner entlegener Ortsteile hätten Probleme, ohne Auto Alltagsbesorgungen zu erledigen, sagte er. Die Initiative solle mit Öffentlichkeitsarbeit zum Selbstläufer werden. Dann könnten Bürger für Bürger das Vorhaben organisieren. Die Mitfahrerbänke sollten aber auf eigene Verantwortung genutzt werden.

Allein Sozialreferentin Regina Reitenhardt (Wählergruppe Münsing) stimmte dagegen. Prinzipiell sei die Idee gut, sagte sie. Doch gerade bei Kindern sei die Agenda Soziales - deren Vorsitzende ist Reitenhardt ebenfalls - kritisch. "Den Kindern sagen wir immer, steigt nicht zu Fremden ins Auto", erklärte sie ihre Bedenken. Aus Sicht von Tobias Eckart (FW) richte sich das Projekt jedoch hauptsächlich an Erwachsene und Senioren. Das müsse eben so kommuniziert werden.

Für Anfang April hat der Landkreis-Behindertenbeauftragte, Ralph Seifert, zu einem Treffen interessierter Kommunen eingeladen. Er koordiniert das Vorhaben Mitfahrerbänke. Wie er schreibt, sei das Projekt als kostengünstige Möglichkeit der Mobilität vor allem für ältere Menschen gedacht. Seiner Vorstellung nach sollten Mitarbeiter der Oberlandwerkstätten die nötigen Sitzgelegenheiten herstellen.