Hausmeister in Wolfratshausen Die "gute Seele des Rathauses" ist tot

Imre Racz, die "gute Seele des Rathauses", ist kurz vor seiner Rente gestorben. Die Beisetzung findet am 24. Juni um 9 Uhr auf dem Friedhof Nantwein statt.

(Foto: Stadt/oh)

Die Mitarbeiter des Wolfratshauser Rathauses trauern um ihren langjährigen Hausmeister Imre Racz. Der 67-Jährige ist am 9. Juni nach einer Krankheit gestorben. Raczs Tod sei "von menschlicher und fachlicher Seite ein großer Verlust für das Rathaus", sagt Bürgermeister Klaus Heilinglechner. "Er war ein unwahrscheinlich hilfsbereiter, höflicher und offener Mensch." In der Traueranzeige heißt es: "Wir haben die gute Seele des Rathauses verloren."

Racz, der in Ungarn geboren wurde, kam 1990 nach Deutschland und fing 1992 beim Wolfratshauser Bauhof an. Später arbeitete er als Hausmeister an den Grundschulen in Wolfratshausen und Weidach, wo er sehr beliebt war. 2009 wurde er Hausmeister im Rathaus. Im Februar feierte er sein 25-jähriges Dienstjubiläum bei der Stadt. Racz habe gebeten, so lange weiterarbeiten zu dürfen, bis sein Sohn den Gesellenbrief habe, erzählt Heilinglechner. Vor wenigen Tagen habe ihm sein Sohn im Krankenhaus den Gesellenbrief gezeigt, kurz darauf sei Racz gestorben. Am 30. Juni wäre der Hausmeister in Rente gegangen. "Es ist bitter, dass er das nicht mehr erleben darf", sagt Heilinglechner. "Wir hätten ihm alle seinen Ruhestand gegönnt."

Im Rathaus fehle Raczs Präsenz. Auf seinem abendlichen Rundgang habe der Hausmeister ihn oft im Bürgermeisterzimmer getroffen, sagt Heilinglechner. "Sie wissen doch, die letzten sperre ich ein", habe er dann gesagt. Heilinglechner erinnert sich an zahlreiche Gespräche und Bonmots. "Er hat scherzhaft zu mir gesagt: Wir sind die beiden Meister hier im Haus."