Grundschule Schäftlarn Mehr Platz an der Grundschule

Nach dreijähriger Bauarbeit in Schäftlarn wird der neue Trakt am Samstag mit einem Fest und einem Tag der offenen Tür eingeweiht.

Von Ingrid Hügenell

Drei Jahre lang ist an der Grundschule Schäftlarn gebaut worden - bei laufendem Betrieb. Nun sind die Arbeiten beinahe beendet, die Schule ist ertüchtigt und erweitert. Hort und Schülermittagsbetreuung haben ebenfalls neue Räume erhalten. Am Samstag, 21. Juli, wird der Neubau mit einem Fest und einem Nachmittag der offenen Tür eingeweiht.

Die Bauarbeiten am Schulgebäude sind beendet. Nur dem Außenbereich fehlt noch der letzte Schliff.

(Foto: Manfred Neubauer)

Dass nun alles vorbei ist, freut Kinder, Eltern und Lehrer, auch wenn die Beeinträchtigungen wohl gar nicht so schlimm waren. "Die Kinder haben es letztlich erstaunlich gut verkraftet. Das ist auch spannend, so eine Baustelle", sagt Rektor Wolfgang Prechter. "Für uns Lehrer war es anstrengender, denn wir mussten ja den Unterricht aufrecht erhalten."

Das sei manchmal nicht ganz einfach gewesen. Während des Baus habe es doch die eine oder andere Panne gegeben, und dass Dreck in die Zimmer getragen wurde, ließ sich nicht völlig vermeiden. "Ich bin froh, dass diese Phase vorbei ist", sagt Prechter. Offensichtlich gelang es den Verantwortlichen aber, die Belastungen gut abzufedern.

Denn Elternbeiratsvorsitzende Veronika Hein sagt: "Ich habe den Umbau gar nicht so dramatisch erlebt." Da wurden Mauern speziell dafür eingezogen, dass die Baustelle von dem Teil des Schulhauses abgeschirmt war, in dem normaler Unterrichtsbetrieb herrschte. Vereinbarungen wurden getroffen, dass lärmintensive Arbeiten nicht ausgeführt wurden, wenn Proben anstanden, wie Prechter berichtet.

Aus Elternsicht ist es klasse gewesen, wie die Schule das umschifft hat", lobt Hein. Ihre beiden Mädchen, die in die zweite und die vierte Klasse gehen, freuen sich, dass sie seit den Osterferien eine schöne neue Schule haben. Denn schon da konnten die Kinder die neuen Klassenzimmer beziehen. Vor allem für Kinder wie Heins jüngere Tochter Charlotte ein Erlebnis, die bis dahin nur Unterricht im Container hatte. Nun erlebte sie eine Lesenacht im neuen Klassenzimmer - "sie war ganz begeistert", sagt ihre Mutter.

Nun, da die Bauarbeiten weitestgehend erledigt seien, gelte es, den Blick nach vorne zu richten, auf die großzügige, weiträumige Schule, sagt Schulleiter Prechter. "Eindeutig überwiegt die Freude. Wir sind der Gemeinde dankbar für die großen Investitionen in die Zukunft der Kinder."

Elternbeiratsvorsitzende Hein ist gespannt, "wie die Schulfamilie die neuen Räume mit Leben füllen wird." Prechter freut sich, dass der Gemeinderat auch einigen besonderen Anschaffungen zustimmte. So verfügt die Schule nun über ein Whiteboard im Mehrzweckraum, eine elektronische Tafel mit Internetzugang. Er hebt daneben eine Einrichtung hervor, die sicher kostenintensiv gewesen sei: An den Wänden der Gänge wurden Magnetflächen angebracht und dann übertapeziert.

Der Brandschutz bleibt gewährleistet, gleichzeitig können Bilder und andere Werke der Kinder präsentiert werden. "Wir können das kreative Potenzial der Schüler zeigen. Das ist ganz wichtig", sagt der Rektor. Die bunten Bilder in den Gängen erwähnt auch Hein lobend, die sich freut, dass man die Kunstwerke der Kinder wieder sehen könne.

Einiges ist noch nicht ganz fertig, etwa die Sanitäranlagen, was dazu führt, dass ein Teil der Kinder aus dem zweiten Stock bis ins Erdgeschoss laufen muss, wenn sie auf die Toilette wollen. "Das finden die Kinder doof", sagt Hein.

Dagegen freuen sich alle, dass sie nun wieder einen Pausenhof haben, sogar mit einem "imposanten Klettergerüst", wie Prechter das sechs Meter hohe Kletternetz nennt. Hein weiß, dass einige Eltern lieber Kies oder Bäume statt Asphalt im Hof direkt vor dem Schulgebäude gehabt hätten. Die befestigte Fläche sei aber nun einmal nötig, damit die Feuerwehr im Notfall die Schule anfahren könne, erklärt sie. Der Brandschutz gehe natürlich vor. Auf der Fläche vor der Schule standen lange die Container für Klassenzimmer, Hort und Mittagsbetreuung.

Für Bürgermeister Matthias Ruhdorfer ist die Sache noch nicht vorbei, denn die Arbeiten müssen noch bezahlt werden. Immerhin konnten sie früher abgeschlossen werden als geplant, und die Kostensteigerung hielt sich in Grenzen. Statt der geplanten 9,1 Millionen Euro kosten Um-und Neubau nun knapp unter zehn Millionen. Das ist zum Teil der Tatsache geschuldet, dass während des Baus Mängel am Altbau festgestellt wurden, die beseitigt werden mussten. Immer wieder diskutierte der Gemeinderat über Einsparmöglichkeiten, zuletzt bei den Außenanlagen. Dort wurde aber doch nur behutsam abgespeckt.