Florian Rein macht das Programm Das Szene-Festival

In Bad Tölz gibt's am Wochenende wieder "Bavarian Beats" mit überregional gefragten Künstlern.

Von Petra Schneider

Der Fasching ist vorbei, aber die Party geht weiter. Denn am Freitag und Samstag grooven und fetzen wieder Bavarian Beats durchs Tölzer Kurhaus. Zum dritten Mal gibt es das so benannte Festival, das eine wunderbare Gelegenheit bietet, musikalisch Neues zu entdecken und Bands zu erleben, die der Geheimtippecke bereits entwachsen sind. Funk, Rock, Reggae, Techno, Party-Sound: Ein Blick auf das Programm zeigt, wie spannend die bayerische Musikszene ist. Jeweils drei Bands spielen an den beiden Abenden.

Der Name ist Programm: Die "Jazzrausch Bigband" (o.) tritt am Freitag auf. Ebenso das preisgekrönte Quartett "Buffzack" (u.).

(Foto: Robert Haas)

Der Freitag beginnt mit dem Münchner Quartett Buffzack; preisgekrönte Jazzmusiker, die mit Tuba, Trompete, Posaune und Schlagzeug keinen Jazz, sondern funkigen, groovigen Sound spielen und ihre Musik auf originelle Weise präsentieren. Eng werden dürfte es anschließend, wenn die 20 Musiker der Jazzrausch Bigband die Bühne übernehmen. Mit ihrem tanzbaren Techno-House-Sound begeisterten sie nicht nur die Zuhörer im Lincoln Center in New York und in der Münchner Philharmonie, sondern auch Florian Rein. "Die Jazzrausch Bigband ist mein heimlicher Favorit", verrät der Bananafishbones-Schlagzeuger, der das Festival ins Leben gerufen hat und auch heuer wieder fürs Programm verantwortlich ist. Über Jamaram, die den Freitag beschließen, braucht es nicht viele Erklärungen - die Münchner Band ist seit Jahren in Europa, Afrika und Südamerika mit Reggae und Rock 'n' Roll unterwegs und Headliner auf allen großen Bühnen in Deutschland.

Am Samstag sei das Programm dann "sehr bayerisch", sagt Rein. Die Peitinger Newcomer-Band Rigoros hat er im vorigen Jahr auf einem Festival gesehen. "Die haben mich sofort so begeistert, dass ich sie für Tölz gebucht habe", erzählt er. Bereits bekannt dürfte der ehemalige Django-3000-Kontrabassist Fenzl sein, der für energiegeladenen, bayerischen Indie-Rock steht. Und der Keller Steff, der am Samstag das Festival beschließt und "richtig Vollgas gibt", wie Rein sagt. In erweiterter Live-Besetzung ist die Keller-Steff-Bigband mit neuem Album auf Tour; sie haben auf dem Chiemsee Summer Festival gespielt und beim "Woodstock der Blasmusik" im österreichischen Innkreis 20 000 Leute vom Hocker gerissen.

Stühle gibt es im Kurhaus an keinem der beiden Abende. Denn das Programm sei "absolut tanzbar", sagt Rein. Anders als in den Vorjahren tritt er nicht mehr als Veranstalter auf. Finanziell sei das für ihn nicht zu stemmen, sagt Rein, im vergangenen Jahr habe er "ein paar tausend Euro draufgezahlt". Schluss mit Bavarian Beats war trotzdem nicht; Kurhaus und Stadt wollten unbedingt eine Neuauflage, weil das Festival eine Bereicherung für die Tölzer Kulturlandschaft sei. Sie übernehmen heuer das finanzielle Risiko, Rein kümmert sich als künstlerischer Leiter um das Booking der Künstler und den Ablauf des Festivals. Der Vorverkauf könnte auch in diesem Jahr besser sein, sagt Rein. Vielleicht liege es am Termin in den Faschingsferien, der nicht optimal, aber leider nicht anders möglich gewesen sei. So ganz erklären kann er sich das schleppende Interesse aber nicht. Denn um das Bavarian Beats Festival werde Tölz vielfach beneidet: "Ich werde ringsum von Leuten aus der Szene angesprochen." Von den Organisatoren des Heimatsound-Festivals in Oberammergau zum Beispiel, die das Programm in Tölz "super" und die Bands "toll" fänden. Bands wie Jazzrausch etwa, die im vorigen Jahr auf Deutschlandtournee waren. "Wenn die in der Muffathalle spielen, dann sind die 1600 Plätze ausgebucht." Rein hofft, dass sich auch in Tölz noch viele Kurzentschlossene auf den Weg ins Kurhaus machen.

Bavarian Beats Festival, 16. und 17. Februar, 20 Uhr, Kurhaus Bad Tölz. Karten 32 Euro je Tag bei der Touristinfo Bad Tölz, beim Kurhaus oder über München Ticket. www.bavarian-beats.de