Feldafing: Hans-Albers-Villa Teurer Ladenhüter für den Freistaat

Bis zu zehn Millionen Euro erhofft sich Bayern durch den Verkauf der Hans-Albers-Villa in Feldafing. Doch wer soll das Anwesen kaufen?

Von Peter Haacke

Mehr als 100 Filme hat Hans Albers (1891 bis 1960) der Nachwelt hinterlassen, Hits wie "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" oder "La Paloma" sind zu vorgerückter Stunde auch 50 Jahre nach seinem Tod noch immer schwer angesagt. Doch das offizielle Gedenken an den beliebten Schauspieler ist bescheiden: Auf St. Pauli gibt es den Hans-Albers-Platz nebst Statue, in seiner Wahlheimat Garatshausen die Hans-Albers-Straße. Kurios aber mutet ein seit nunmehr gut 20 Jahren währender Streit um die 280 Quadratmeter große Albers-Villa zwischen dem Freistaat Bayern und der Gemeinde Feldafing an.

Hans Albers-Villa in Garatshausen: Um das ehemalige Haus des Schauspielers tobt seit Jahren ein Streit zwischen der Gemeinde Feldafing und dem Freistaat Bayern.

(Foto: region.sta)

Albers' Lebenspartnerin Hansi Burg hatte das Anwesen im Außenbereich dem Freistaat Bayern 1971 mit der Auflage verkauft, das idyllische Areal der Bevölkerung zugänglich zu machen. Doch daraus wurde nichts: Der Freistaat richtete Ende der siebziger Jahre auf dem 27.160 Quadratmeter großen Gelände eine Versuchs- und Ausbildungsstation der bayerischen Landesanstalt für Fischerei ein. Albers-Fans blieben draußen, und es gab auch keine Chance für eine in Feldafing bereits 1992 erhoffte Nutzung des Gebäudes als Café oder Museum.

1995 gab es einen erneuten Vorstoß, die Öffentlichkeit einzulassen, doch der Freistaat mauerte wieder. Begründung des Landwirtschaftsministeriums: Schutz des Schilfbestands, Furcht vor Arbeitsbeeinträchtigung und Diebstählen. Selbst von einem Rundweg ums Areal war nun keine Rede mehr, stattdessen wurde ein Stichweg angelegt. 1996 folgte der Spatenstich für den 200.000 Mark teuren Trampelpfad, der aber schnell wieder zuwucherte.

Die Gemeinde Feldafing bemerkte derweil, dass sich der Freistaat 125.000 Mark an Grunderwerbssteuern gespart hatte, obwohl den Bürgern der Zutritt zu Villa und Garten weiterhin verwehrt ist. 2003 wollte Bayern die Albers-Villa erstmals verkaufen - aber ohne den Uferstreifen. Interessenten kamen und gingen, einige boten bis zu zehn Millionen Euro. Doch nichts passierte, das prestigeträchtige Haus blieb leer.

Die Gemeinde verweist darauf, dass das 1865 erbaute Gebäude im Landschaftsschutzgebiet liegt und damit kein weiteres Baurecht möglich ist. Die Villa muss demnach entweder saniert werden - oder sie verfällt. Aber wer will schon einen Luxus-Sanierungsfall ohne Baurecht und Seezugang? Die "Immobilien Freistaat Bayern" hatte noch im April 2010 versichert, das Areal im Sommer erneut zu inserieren - geschehen ist dies bislang nicht. Die Albers-Villa bleibt ein teurer Ladenhüter des Freistaats.