Egling Hochbehälter wird neu gebaut

Die Edelstahlbehälter werden fast eine halbe Million Euro kosten

Von Claudia Koestler, Egling

Egling braucht dringend einen neuen Hochbehälter für Trinkwasser. Der Neubau in Deining wird 1,4 bis 1,5 Millionen Euro kosten, erklärte Bürgermeister Hubert Oberhauser (FW). Allein die beiden Edelstahlbehälter mit je rund 600 Kubikmeter Fassungsvermögen werden rund 450 000 Euro kosten, denn die Preise für Edelstahl sind stark angestiegen. Der Neubau ist laut Oberhauser eine "Investition für mehrere Generationen". Der bisherige Hochbehälter sei viel zu klein: "Wir müssen pro Tag zwei- bis dreimal pumpen, langfristig ist die Versorgungssicherheit nicht mehr gegeben." Der Neubau werde in unmittelbarer Nähe zum alten Trinkwasserspeicher errichtet, aber etwas höher liegen. Damit wird sich der Wasserdruck etwas erhöhen. Dem Bauantrag stimmten die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig zu.

Damit sich der neue Hochbehälter ins Orts- und Landschaftsbild einfügt, sollen die Edelstahlbehälter eingehaust werden - mit einem großen landwirtschaftlichen Stadl, der 32 mal 16 Meter messen wird. Als "schön und ansprechend" kommentierte Oberhauser in der Sitzung. Die Unterschriften der Nachbarn lägen bereits vor. Was nach dem Neubau des Hochbehälters mit dem alten geschehen soll, sei noch offen. Es gebe "die eine oder andere Idee, die sicher nicht unsinnig ist", sagte der Bürgermeister.

Ein Gedankenspiel von Bürgern zur künftigen Nutzung des alten Wassertanks gab Hans Spindler (parteifrei) weiter: Es solle geprüft werden, ob sich der Behälter für eine Nutzung als kleines Gravity-Kraftwerk eigne. Hierbei würde ein Kolben hydraulisch durch Wasserkraft gehoben, um Energie zu speichern. Wird diese benötigt, senkt sich der Kolben durch sein Eigengewicht ab, das verdrängte Wasser treibt eine Turbine an, die Strom produziert. Ob sich der alte Hochbehälter dafür eignen würde, ist offen. Da Egling Vorreiter-Kommune der Energiewende sei, werde diese Idee zumindest geprüft, versprach Oberhauser.

Strom erzeugen will Egling auf jeden Fall mit dem neuen Gebäude, und zwar mit einer Fotovoltaikanlage. So hatten es die Gemeinderäte bereits im Januar beschlossen. Nun mussten sie nachjustieren, denn die bisherigen Berechnungen erfolgten für die gesamte Dachfläche - obwohl nur die südliche Hälfte in Frage kommt. Statt maximal 70 Kilowatt werden auf der reduzierten Fläche nur 40 Kilowatt erzeugt. Entsprechend verringern sich die Investitionskosten: Sie betragen nun rund 57 000 Euro statt zuvor etwas über 100 000 Euro.