E-Mobilität Saubere Luft und weniger Lärm

Die Stadt Wolfratshausen plant Zuschüsse bei der Anschaffung von Pedelecs. Dazu will der Bauausschuss eine entsprechende Förderrichtlinie auf den Weg bringen.

Von Konstantin Kaip

Fahrräder mit Elektromotor sind nicht nur für Privatleute, sondern auch für Lieferdienste interessant.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Um die E-Mobilität zu fördern, will die Stadt Wolfratshausen künftig Zuschüsse bei der Anschaffung sogenannter Pedelecs, mit Elektromotoren unterstützter Fahrräder, zahlen. Der Bauausschuss hat kürzlich einstimmig beschlossen, eine entsprechende Förderrichtlinie erstellen zu lassen, die die Zuwendungen für Gewerbebetriebe und Privatpersonen festlegt. Gefördert werden sollen Pedelecs, Lastenpedelecs, Ladeinfrastruktur, Hausnetzanschluss und Beratung. Die Initiative geht zurück auf einen Antrag von CSU-Stadtrat Alfred Fraas. Der zögerliche Umstieg auf E-Mobilität müsse mehr motiviert werden, heißt es in der Begründung.

Mit der Förderrichtlinie will die Stadt mittelfristig mehrere Ziele erreichen: So sollen der CO₂-Ausstoß und Emissionen von Schadgasen wie Stickoxid und Feinstaub in der Stadt verringert werden, um das Klima zu schützen und die Luft sauberer zu machen. Die geförderten Elektroräder, mit denen Betriebe auch kleinere Lasten transportieren können, sollen außerdem zu einer flächendeckenden Lärmminderung im Rahmen des vom Stadtrat beschlossenen Lärmaktionsplans beitragen und den Autoverkehr in der Stadt merklich reduzieren.

Im Ausschuss stieß der Antrag von Alfred Fraas auf Wohlwollen - aber auch auf Skepsis. Es habe bereits mehrere Energiesparprogramme der Stadt Wolfratshausen gegeben, sagte Gerlinde Berchtold (SPD). Viele davon hätten sich jedoch "als Flop erwiesen und wurden eingestellt". Deshalb müsse man sich fragen, "ob sich der Aktionismus lohnt". Für die Stadtverwaltung ziehe so eine Förderrichtlinie schließlich einen beträchtlichen Aufwand nach sich. Sie werde jedoch "schweren Herzens zustimmen", sagte Berchtold. "Schauen wir mal, was dabei rauskommt."

CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl wehrte sich gegen diese Einschätzung. Aktionismus könne man dem Antrag nicht unterstellen - vielmehr zeichne er sich durch "strategische Weitsicht" aus: "Man muss das Verhalten der Bürger und Gewerbetreibenden verändern, und so geben wir ihnen die Möglichkeit dazu." Die CSU habe bereits vor acht Jahren den Antrag gestellt, die erste Elektrotankstelle auf dem Loisachhallenparkplatz zu errichten. Auch die Initiative, dass die Stadt und ihre Tochtergesellschaften bei anstehenden Neuanschaffungen im Fuhrpark zunächst Elektroautos in Betracht ziehen, stamme aus seiner Fraktion.

Die Förderrichtlinie auf den Weg zu bringen, war schließlich Konsens im Gremium. Der Ansatz sei richtig, sagte Hans Schmidt (Grüne). "Wir müssen weg von fossil angetriebenen Fahrzeugen." Für saubere Luft und Verkehrsentlastung müsse man "alle Möglichkeiten ausnutzen", befand Ulrike Krischke (BVW). "Ich bin unbedingt für die Steigerung der Lebensqualität." Und der Zweite Bürgermeister Fritz Schnaller, der die Sitzung leitete, sprach von einem "Schritt in die richtige Richtung".

Laut Beschluss soll nun zunächst die Verwaltung eine entsprechende Förderrichtlinie erstellen. Diese wird dann dem Stadtrat vorgelegt, der sie dann noch beschließen muss. Fraas hat seinem Antrag ein selbst entworfenes Regelwerk angefügt, das sich an die bestehende Förderrichtlinie der Stadt München anlehnt. Es sieht für Pedelecs, Lastenpedelecs, sowie zwei- bis vierrädrige Leichtfahrzeuge der Klassen L1e bis L7e eine Förderung von 25 Prozent der Nettokosten vor. Pedelecs sollen laut Fraas' Vorschlag allerdings nur für Gewerbebetriebe gefördert werden. Bei allen anderen Elektrofahrzeugen ist zudem ein Abwrackbonus für verschrottete Autos von 500 bis 1000 Euro vorgesehen. Bei Beratungen sollen 80, bei Ladeinfrastruktur 20 und bei Hausnetzanschlüssen 50 Prozent der Kosten übernommen werden. Auch Vereine und Hausgemeinschaften sollen die Zuschüsse erhalten können.