Die Stadt bietet Wohnungen für 20 Syrer an und hofft auf ein Helfernetzwerk. Bad Heilbrunn bindet unterdessen die Flüchtlinge im Ort mit ein.
20 Asylbewerber aus Syrien werden an diesem Donnerstag im Landkreis ankommen. Eine Bleibe für die Menschen hat das Landratsamt bereits vorbereitet: Sie werden in zwei Wohnungen an der General-Patton-Straße einquartiert. Der Landkreis, der verpflichtet ist, für die Unterbringung von Asylbewerbern zu sorgen, hat sie von der Stadt Bad Tölz gemietet.
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Bürgermeister Josef Janker (CSU) bot die stadteigenen Wohnungen dem Landkreis an, nachdem der wochenlang händeringend nach Unterkünften gesucht hatte. "Wir haben eine Verantwortung dem Freistaat gegenüber, dem Landkreis aber auch den Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen", sagt er der SZ. "Jede Kommune muss ihren Beitrag dazu leisten."
Es sei ihm weitaus lieber, die ankommenden Flüchtlinge in kleineren Wohnungen auf mehrere Wohnblöcke zu verteilen als sie in einer großen Gemeinschaftsunterkunft (GU) mit mindestens 50 Bewohnern zusammenzupferchen. "Das wollen wir nicht", sagt er. 30 bis 40 Asylbewerber auf Tölz verteilt hält er dagegen für verträglich. Eine GU wäre allerdings der Regierung von Oberbayern lieber, weil sie billiger käme als eine dezentrale Unterbringung. Bislang suchen die Verantwortlichen vergeblich nach einer geeigneten GU im Landkreis.
Das kleine Viertel um die General-Patton-Straße am östlichen Stadtrand ist nach Jankers Ansicht besonders gut geeignet, weil dort viele der Bewohner Migranten sind und die Situation kennen, wenn man fremd in ein Land kommt. Auch Schule, Kindergarten und Nahversorgung seien ganz nah dabei.
Zunächst sollen zwei Wohnungen belegt werden mit drei und fünf Zimmern. Sie stehen derzeit leer, Bewerber dafür habe es bislang gegeben. Zwei weitere Wohnungen in ähnlicher Größe werden in den nächsten Wochen frei, auch die hat die Stadt dem Landkreis für die Unterbringung von Asylbewerbern angeboten. Betreut werden die Flüchtlinge von Mitarbeitern des Landratsamtes, das nur wenige Fußminuten entfernt liegt. Diese Nähe ist für Janker ein weiterer Pluspunkt für beide Seiten.
Bereits seit Anfang Dezember kümmern sich Landratsamt-Mitarbeiter um 20 Flüchtlinge aus Syrien, Ägypten und der Türkei, die in Bad Heilbrunn in einem ehemaligen Personalwohnheim leben. Dort hat sich schnell ein Runder Tisch und ein Helfernetzwerk gebildet, um die Männer, Frauen und Kinder zu unterstützen. Janker hofft, dass etwas Vergleichbares auch in Bad Tölz aufgebaut werden kann.
Mit der Caritas-Bezirksstelle steht er deswegen bereits in Kontakt. "Ich bin sicher, dass viele Leute helfen werden", sagt er. Sobald die Neuankömmlinge eingezogen sind, will er sie an einem Nachmittag ins Bürgerhaus Lettenholz nebenan einladen zu Kaffee und Tee. Ihm ist es wichtig, dass sich Bewohner und Asylbewerber kennen lernen, auch wenn Sprachbarrieren Gespräche noch erschweren.
Unterdessen hat sich in Bad Heilbrunn der Runde Tisch zur Unterstützung der Asylbewerber am Montag zum vierten Mal getroffen. Pfarrer Christian Hartl, einer der Initiatoren, berichtete von einer gemeinsamen Wanderung mit dem Burschenverein, bei der er "enorme" Fortschritte der Asylbewerber beim Deutschlernen festgestellt habe. "Sie sind sehr fleißig." Im evangelischen Gemeindehaus sind jetzt zwei Computer angeschlossen, die laut Pfarrer Johannes Schultheiß rege genutzt werden. Als Dank für die Unterstützung wollen die Asylbewerber demnächst für die Helfer im Pfarrheim arabisch kochen.
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(SZ vom 14.02.2012)
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