Auszeichnung  Gegen die Kälte

Catherine Kemeny (v.l.), die Tochter von Dörte Sambraus, übergibt den Preis an QFS, vertreten durch Gregor Schmid, Martina Schmid und Karlheinz Kellerer. Hinten Laudatorin Cornelia Irmer.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Geretsrieder Firma QFS nimmt Dörte-Sambraus-Preis in Empfang

Von Wolfgang Schäl, Wolfratshausen

Wer eine ganz furchtbar würdevoll-besinnliche Veranstaltung abhalten will, sollte nicht unbedingt die NouWell Cousines für die musikalische Umrahmung einladen. Denn dieses jüngste Gewächs aus der Well-Familie, bestehend aus Matthias, Maresa und Maria Well, ergänzt durch den Ex-Berliner Alexander Maschke, fegt in Windeseile jeglichen Ernst aus dem Saal - es ist ein herzerfrischend-freches, hochvirtuoses und unkonventionell-bayerisches Quartett, das sein Publikum mühelos im Sturm erobert.

So war es auch im bis auf den letzten Platz besetzten Wolfratshauser Krämmel-Forum, in dem der diesjährige Dörte-Sambraus-Preis verliehen wurde, eine seit 1996 vergebene Auszeichnung der Alexander-Brochier-Stiftung. Geehrt werden damit Personen und Unternehmen, die sich besonders um das Wohl von Kindern und Jugendlichen verdient gemacht haben. Preisträgerin war in diesem Jahr die Geretsrieder Firma Quality First Software (QFS), ein Unternehmen, das Testprogramme für grafische Oberflächen entwickelt, fünf Prozent seines Gewinns für soziale Zwecke zur Verfügung stellt und seit sieben Jahren auch das Eurasburger Inselhaus unterstützt. Dörte Sambraus, eine der Gründerinnen dieser Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, starb 1996.

Laudatorin war die ehemalige Geretsrieder Bürgermeisterin Cornelia Irmer, die sich nach dem furiosen Auftritt der NouWell-Cousines fragte, "wie man da noch eine ernsthafte Rede halten soll". Es gelang ihr dann aber doch, die Verdienste der Firma QFS zu würdigen, die mit ihrem Vorstand, bestehend aus den Inhabern Martina und Gregor Schmidt, Geschäftsführer Karlheinz Kellerer nebst Belegschaft im Forum vertreten war. Es sei in diesen Zeiten wohltuend, wenn man es mit Menschen zu tun habe, die sich nicht nur mit ihren eigenen Befindlichkeiten beschäftigten und den im Firmennamen enthaltenen Begriff Qualität auch auf den sozialen Bereich anwendeten, sagte Irmer. In den Vordergrund ihrer Rede stellte sie Martina Schmidt, die sich mit einem Adoptiv- und einem Pflegekind und ihrer Arbeit in der Flüchtlingshilfe auch außerhalb des Unternehmens bewundernswert engagiere.

"Triebfeder für dieses menschliche Miteinander" sei Schmidts eigener familiärer Hintergrund - als Jüngste von acht Geschwistern sei Schmidt in einem politisch engagierten, wertkonservativen Kontext aufgewachsen. Die Zeit ihres Studiums in der Großstadt Berlin habe sie als "gruselig-kalt und menschlich unbefriedigend" erfahren, das "sich Kümmern um andere fehlte".

Umso mehr habe sie später "die Werte einer dörflichen Gemeinschaft schätzen gelernt". Aus diesen Erfahrungen heraus habe sie ihre soziale Einstellung gewonnen. Schmidt selbst begründete ihr soziales Engagement "mit einem Gefühl der Dankbarkeit" - man lebe in einem reichen Land, und es herrsche Frieden, da sei es doch ganz normal, wenn man sich auch für andere einsetze. Dankbar sei sie aber auch für ihre konservative Herkunft, auch wenn eine solche Einstellung heute oft als lächerlich abgetan werde.

Gregor Schmidt verwies darauf, dass die Firma QFS ja nur finanzielle Unterstützung leiste. Viel wichtiger seien jene, die mit den Spendengeldern die eigentliche Arbeit vor Ort leisteten, dort, wo sie gebraucht werde. "Vor diesen Leuten ziehe ich den Hut", sagte Schmidt. Kellerer schilderte die Eindrücke, die er im Inselhaus selbst gewonnen habe. Er habe diese Einrichtung als "einen ganz besonderen, kraftvollen Ort" erlebt.