Attraktion im Isarwinkel Hochseilgarten unter neuer Führung

Axel Berger und Simone Heitinga übernehmen den beliebten Kletterpark am Brauneck. Die Eröffnung ist bereits am Pfingstsamstag. Für ihren früh verstorbenen Vorgänger Philip McCharen gibt es einen Gedenktag am 26. Mai.

Von Klaus Schieder

Gut zwei Monate ist es her, als Philip McCharen bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Der erst 26-jährige Ingenieur, Kletterer und Skilehrer hatte nur ein halbes Jahr zuvor den Hochseilgarten in Lenggries übernommen, der mit seinem Kletterturm über drei Ebenen und anderen Attraktionen jährlich etwa 10 000 Besucher im Schnitt anlockt. Eine Zeitlang war es ungewiss, ob und wie es mit der beliebten Freizeitanlage am Brauneck weitergeht. Diese Frage ist nun beantwortet: Axel Berger und Simone Heintinga sind die neuen Inhaber des zehn Jahre alten Hochseilgartens, der von Heinz Tretter, Zimmerermeister und Geschäftsführer der Firma Kristallturm, gebaut wurde. Das Paar eröffnet den Kletterpark pünktlich zu den Pfingstferien am Samstag, 19. Mai.

Seit 2008 besteht der Hochseilgarten in Lenggries, den der ansässige Zimmerermeister Heinz Tretter erbaut hat. Jedes Jahr hängen circa 10 000 Gäste im Kletterturm gewissermaßen in den Seilen oder vergnügen sich mit Attraktionen wie "Flying Fox" oder der Garland Hutsch'n.

(Foto: Manfred Neubauer)

In den vergangenen Tagen standen der 42 Jahre alte Gaißacher und seine Lebensgefährtin unter enormem Druck. Der Kletterturm mit seinen Seilen und Schrauben musste geprüft werden, diverse Zertifizierungen für die Sicherheit waren einzuholen, das Gras musste gemäht werden, die Waren für den Kiosk galt es zu besorgen. Daneben wurden die betrieblichen Strukturen wiedererweckt, wichtige Faktoren waren mit dem Steuerberater zu klären. Schlaf sei überbewertet, sagt Berger selbstironisch zu dem ganzen Stress. Warum sich das Paar überhaupt zu diesem Schritt entschlossen hat? "Wir haben uns geprüft und festgestellt, dass wir im Isarwinkel sein und wirken wollen", sagt Berger. Außerdem sei es "eine schöne Geschichte", vornehmlich mit jungen Leuten zu tun zu haben, wobei freilich auch ältere Gäste im Klettergarten stets willkommen seien.

Der 42-Jährige studierte Kunstpädagogik und Jugendpsychiatrie, seit 15 Jahren leitet er jedoch eine Firma in der Event-Branche. Genauer gesagt: Für seine Kunden bietet er vor allem große Feuershows und tritt damit weltweit auf, von Schweden bis zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seine Lebenspartnerin, die aus den Niederlanden stammt und unter anderem als Akrobatin im "Cirque du Soleil" arbeitete, veranstaltet in der eMotion-Base bei der Tölzer Sportjugendherberge den Kurs "Flow & Fly". An jeweils zwei Tüchern, die von der Decke hängen, lernen vorwiegend junge Mädchen luftakrobatische Bewegungen in Bodennähe, verbunden mit tänzerischen Übungen. All dies dient der Fitness, der Kräftigung, der Flexibilität.

Neuer Chef: Der Gaißacher Axel Berger leitet künftig zusammen mit seiner Lebensgefährtin Simone Heitinga den Kletterpark am Brauneck.

(Foto: Privat/oh)

Berger kann sich das in Tölz etablierte Kursprogramm auch am Kletterturm mit seinem 8,50 Meter hohen Plateau vorstellen, wofür Vertikaltücher und Matten aber erst noch besorgt werden müssten. Ein solches Angebot werde es frühestens in den Sommerferien geben, sagt er. Zunächst will das Paar den Hochseilgarten ganz im Sinne von Philip McCharen fortführen. Neben dem Kletterturm bleiben "Flying Fox" - wobei sich die Besucher wie Tarzan über sieben Stationen von Baum zu Baum schwingen können - und die große Schaukel der "Garland Hutsch'n" das Gerüst der Attraktionen. Außerdem wollen die neuen Inhaber eng mit den Gastronomen am Brauneck zusammenarbeiten, "damit der Ort belebt ist im Sinne der Region", wie der 42-Jährige formuliert. Neben den normalen Gästen bleiben Schulklassen, Vereine und Firmen, die etwa auf Betriebsausflug in den Kletterpark kommen, die hauptsächlichen Zielgruppen. Für Berger ist es wichtig, dass die Kletterer nicht bloß einen Parcours bewältigen und dann gleich wieder gehen. Die Stunden, die sie im Hochseilgarten verbringen, sollen "eine Qualitätszeit" sein, sagt er. Mit Ausruhen, guten Gesprächen und einem sanften Blick ins Isartal. "Jeder, der mit einem Lächeln wieder geht, ist gut für uns und die Region."

Zum Gedenken an seinen verunglückten Vorgänger veranstaltet das Paar einen "Philipstag" am Samstag, 26. Mai. Das Datum ist bewusst gewählt: Es wäre McCharens Namenstag. Alle Leute, die Philip heißen und in einem Ort wohnen, dessen Postleitzahl mit 83 ... beginnt, dürfen gratis in den Hochseilgarten. "Dieser Tag ist uns heilig", sagt Berger. "Wir wollen ihn auf alle Fälle im Team feiern."

www.hochseilgarten-isarwinkel.de