Antrag zur Geburtshilfe Absage stößt auf Unverständnis

Kreisrätinnen bestehen auf Diskussion.

Von Felicitas Amler

Die Grünen-Kreisrätinnen um Barbara Schwendner wollen sich nicht mit der Absage aus dem Landratsamt zu ihrem Geburtshilfe-Antrag abfinden. Landrat Josef Niedermaier (FW) hatte am Donnerstag in Absprache mit der Haus-Juristin entschieden, der Antrag, der verschiedene Ideen zur Unterstützung schwangerer Frauen im Süd-Landkreis nennt, werde nicht im Sozialausschuss des Kreistags behandelt. Denn dies sei laut Geschäftsordnung nicht möglich. Überdies stellte das Landratsamt in Frage, "inwieweit die Landkreisgremien überhaupt zuständig sind". Im Antrag werden ein sogenannter Storchenwagen, eine Schwangeren-Ambulanz, die Förderung eines Geburtshauses und Verhandlungen mit Hebammen und Fachärzten zur Diskussion gestellt.

Schwendner sagte, sie könne die Reaktion des Landrats nicht nachvollziehen: Die Geschäftsordnung schließe das Thema für den Sozialausschuss keineswegs aus. Zwar sei die Geburtshilfe nicht ausdrücklich darin genannt, "wohl aber das Thema Gleichstellung - und um Frauenbelange geht es ja schon, oder?", schrieb sie an den Landrat. Der SZ sagte Schwendner, die Diskussionen über die Geburtshilfe seien immer im Kreisausschuss und im Kreistag geführt worden. Sie und die Co-Antragstellerinnen Mechthild Felsch und Annelies-Wiedenbauer-Schmidt hätten aber gern eine Diskussion in dem Fachgremium gesehen, "das näher dran ist an sozialen Themen". Womöglich könne man einen Arbeitskreis gründen, was die Geschäftsordnung durchaus vorsehe.

Schwendner erklärt, Landrat und Landkreis seien voll auf die Verhandlungen zwischen der eigenen Kreisklinik in Wolfratshausen und der Starnberger Klinik wegen der geplanten Kooperation in der Geburtshilfe konzentriert. Der Kreistag habe aber nicht nur dies beschlossen, sondern auch eine Verbesserung der Geburtshilfe-Situation im Süden des Landkreises: "Dieser zweite Teil des Beschlusses kommt jetzt nirgends mehr vor."

Die Wackersberger Kreisrätin Ursula Fiechtner (Freie Wähler) sagt, sie habe sich über den Grünen-Antrag gefreut. Warum er nun nicht im Sozialausschuss behandelt werden soll, möchte sie gern erklärt bekommen: "Da gehört ein Gespräch her", sagt sie. Insbesondere die Idee, einen Storchenwagen einzusetzen, um gebärende Frauen aus dem Süden schnell und mit qualifizierter Begleitung in die Wolfratshauser Klinik zu bringen, gefällt der Wackersbergerin. Auch wenn es nun klar sei, dass die Geburtshilfe in Wolfratshausen verstärkt werden soll, sei es nötig, über Maßnahmen im Süden nachzudenken, findet Fiechtner. "Da muss man als Frau in jedem Alter dazu stehen: dass wir uns wichtig sein müssen." Deswegen, so meint sie, helfe nur eins: "Frauen müssen zusammenhalten."

Sabine Lorenz, die für die CSU im Sozialausschuss sitzt, sagt, das Thema werde auf jeden Fall in der Sitzung am 11. September besprochen. Sie habe schon ihre Fraktion verständigt: "Wir werden's auch einbringen." Sie halte es zwar für möglich, dass der Sozialausschuss nicht die richtige Adresse sei, aber über das weitere Verfahren mit dem Antrag möchte sie reden. Persönlich habe sie mit dem, was darin vorgeschlagen werde, Probleme. Sie wolle eine absolut sichere Versorgung der gebärenden Frauen und ihrer Kinder: "Wir brauchen eine Außenstelle in Tölz." Zur Ankündigung aus dem Landratsamt, der Grünen-Antrag werde womöglich überhaupt nicht in einem Kreisgremium behandelt, sagt Lorenz: "Das verstehe ich auch nicht."