Aktion auf dem Spielfeld Platzverweis für Rechtsextreme

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Franz Maget werben in Wolfratshausen für Toleranz und Menschenwürde.

von Ingrid Hügenell

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und das Bündnis für Toleranz haben am Samstag in Fußballstadien ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus gesetzt - auch in Wolfratshausen. Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Sprecher des Bündnisses, sagte dabei, rechtsextremistische Parolen seien in der Mitte der Bevölkerung angekommen und müssten deshalb aus der Mitte bekämpft werden.

"Das ist ein Problem, das man weder aussitzen noch wegdiskutieren kann", das hätten die NSU-Morde deutlich gezeigt, betonte der Landesbischof. Es stelle sich die Frage, wie man solche Einstellungen "von der Wurzel her wegbekommen" könne. Dazu sollte die Aktion vom Samstag dienen, die in neun Spielorten der Bayerligen Nord und Süd stattfand. "Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der die Menschenwürde im Mittelpunkt steht", bekräftigte Bedford-Strohm in Wolfratshausen.

Landtagsvizepräsident Franz Maget (SPD) sprach von einem "Nährboden" rechtsextremistischen Gedankenguts, den es in der Mitte der Gesellschaft gebe, auch im Sport. Der bayerische Landtag gehört zu den 47 Organisationen, die das Bündnis für Toleranz bilden und es zu einer Erfolgsstory gemacht haben, wie Bedford-Strohm sagte. Auch die Kirchen und der Fußball-Verband gehören dazu. "Wir wissen aus der geschichtlichen Erfahrung, dass Extermismus immer in die Katastrophe geführt hat", sagte Professor Manfred Heim, Vorstandsvorsitzender der Sozialstiftung des Bayerischen Fußball-Verbands. "Dieses Anliegen sollte uns selbstverständlich sein." Dem pflichtete der Ickinger Alexander von Gneisenau bei, Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, ebenfalls Mitglied des Bündnisses.

Nach dem Pressegespräch folgte die eigentliche Aktion: Bedford-Strohm, Maget, Heim, von Gneisenau sowie Manfred Fleischer und Dritter Bürgermeister Peter Plössl vom BCF rollten gemeinsam mit den Spielern des BCF Wolfratshausen und des FC Unterföhring auf dem Spielfeld ein acht Meter langes Banner aus. Stadionsprecherin Patrizia Bank trug eine Erklärung vor, die jeder Zuschauer auch auf einem Flyer erhalten hatte. Darin wendet sich der BFV gegen rassistische Beleidigungen und Provokationen und erklärt: "Wir geben rechtsextremen Gruppierungen keine Chance sich auszubreiten." Rechtsextremisten nutzten das Fußballstadion als ihre Bühne und versuchten dort ihre Botschaften zu verbreiten. Der "Unterwanderung der Jugendarbeit in den Sportvereinen" will der BFV auch mit Aktionen wie der vom Samstag entgegen treten.

Dass sie beide Fußball spielen können, zeigten Bedford-Strohm und Maget beim Anstoß zu dem Spiel der Wolfratshauser gegen die Unterföhringer, das 1:1 endete.

Die Zuschauer begrüßten die Aktion. Der 13-jährige Florian Buchloh aus Wolfratshausen erklärte, er finde die Aktion "super" - ein Statement, dem seine vier 13 und 14 Jahre alten Freunde gerne zustimmten. Stadionsprecherin Bank sagte, zwar gebe es in Wolfratshausen keine Probleme mit Rechtsextremen, "aber trotzdem ist es gut, ein Zeichen zu setzen". Zu heftigem Nicken der Unstehenden erklärte Anton Huber aus Eurasburg:"Gegen Rassismus sind wir alle. Ich befürworte solche Aktionen extrem."