Von Thomas Münster

Die Stadt will den Bau neuer Mietwohnungen mit 100 Millionen Mark zusätzlicher Fördermittel ankurbeln.

(SZ vom 21.5.2001) - Zum zweiten Mal ist jetzt das Ende Februar geschlossene "Bündnis für Wohnungsbau" im Rathaus zusammengekommen.

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101 Vertreter der Wirtschaftskammern, der großen Immobilieninvestoren, der Münchner Wohnungs- und Bauwirtschaft, von Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden, aus der Kreditwirtschaft und vom Mieter- wie vom Hausbesitzerverein hörten sich an, was den vier Arbeitsgruppen des Bündnisses seither an "Sofortmaßnahmen zur Behebung des Münchner Wohnungsmangels" eingefallen ist.

Stadtbaurätin Christiane Thalgott schien am Ende durchaus zufrieden mit dem Ergebnis des nicht öffentlichen Treffens zu sein. Neun große "Baulücken" in der Stadt habe einer der Arbeitskreise ausgemacht, die anderen Runden hätten sich mit der Nachverdichtung im Bestand, mit der Nutzung von frei gewordenen oder frei werdenden Militärgeländen, mit der Finanzierung des "Fördermodells München" sowie mit möglichen Grundstücksverkäufen befasst, berichtete sie nach Schluss der Versammlung.

Technische Fragen als Problem

Nachverdichtung finde längst statt, betonte Thalgott. 50 Prozent des gesamten Münchner Bauvolumens gehörten dazu. Als Problem hätten sich eher technische Fragen wie Brandschutz beim Verbauen von Feuerwehrdurchfahrten und die Stellplatzfrage herauskristallisiert. Nicht vorhergesehene Konflikte gebe es, ebenfalls wegen der Feuerwehrzufahrten, auch bei Schallschutzbauten, etwa am Mittleren Ring. Da bedürfe es einer "besonders qualifizierten Planung".

Jedenfalls würden die Chancen der Nachverdichtung "oft unterschätzt, obwohl sie ungeheuer bedeutsam" für das Fortkommen der Stadt sei, ergänzte Oberbürgermeister Christian Ude - zumal es dazu keiner langwierig aufzustellenden neuen Bebauungspläne bedürfe. Insgesamt gesehen sei Nachverdichtung jedoch "kein Konfliktfall", so der OB weiter.

Kasernengelände als Baugrund

Zum Thema Kasernengelände haben sich rund 30 Bauunternehmen in die Arbeitsgruppe eingeklinkt, die alle schon - "wie es sich auf Kasernen gehört" - Gewehr bei Fuß stehen.

Die Stadt habe an die Adresse der Bayerischen Hausbau bereits signalisiert, dass es keine Einwände gegen einen Zugriff auf diese Areale gibt, wenn die Hausbau der Stadt in anderen Bereichen auch weiterhin entgegenkommt"; das Großunternehmen hat in Neubaugebieten immerhin bereits acht Kindergärten gebaut.

Doch vorderhand gehe es noch um die Klärung der Zuständigkeiten zwischen dem Verteidigungs- und dem Finanzministerium beim Bund und die korrekte Bewertung des Entwicklungspotenzials einschließlich der von der Stadt zur Auflage gemachten "sozialgerechten Bodennutzung".

Ude: 100 Millionen Mark für Mietwohnungsförderung

OB Ude erklärte zum Ergebnis der Tagung, dass es für die Stadt "unausweichlich" sei, 100 Millionen Mark auf die schon bestehende Mietwohnungsförderung "draufzusatteln". Damit würde sich, zusammen mit einer deutlichen Erhöhung der Fördergrenzen, der Einsatz der Stadt praktisch verdoppeln.

Referentin Thalgott erhofft sich von diesem "München-Modell" Anreize für den Mietwohnungsneubau, die schon im nächsten Jahr wirksam würden. Die Wohnungsunternehmen hätten klargestellt, dass sie wenigstens auf vier Prozent Rendite rechnen müssen.

Die bräuchten nun einmal ergiebige, vorhersehbare Mieteinnahmen, um sich überhaupt auf Mietbauinvestitionen einzulassen. Zugleich betonte sie aber "das Interesse der Stadt, geförderten Wohnungsbau möglichst lange für den Bedarf der Stadt zu binden". Sie sei aber überzeugt, "unser Angebot reicht für die Nachfrage aus".

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