Wirtshaus Eierwiese Landgasthof an der Stadtgrenze

Das Versprechen, man stehe für hervorragendes Fleisch, wird in der Eierwiese eingelöst.

(Foto: Claus Schunk)

Kulinarisch fühlt man sich im Wirtshaus Eierwiese der Landhausküche verpflichtet - obwohl das Lokal in Grünwald nah an der Stadtgrenze liegt. Hier gibt es Salat mit Erdbeeren und hervorragendes Fleisch.

Von Moritz Mayer-Rahn

Wer häufig im touristisch gut erschlossenen Alpengürtel unterwegs ist, kann sich schnell daran gewöhnen, dass zum Essen auch ein einladendes Ambiente gehört. In der Diaspora ist das keineswegs selbstverständlich, gerade auf dem Land strandet man häufig in Gasthäusern, deren Atmosphäre zwischen lieblos und trostlos changiert. Was für herrliche Landgasthöfe gibt es dagegen in Bayern und bei seinen Alpennachbarn.

Die Eierwiese in Grünwald liegt eigentlich viel zu nah an der Stadtgrenze, um als echter Landgasthof durchzugehen. Trotzdem fühlt man sich weit weg vom Rummel der Stadt, wenn man das Lokal betritt, das relativ unauffällig liegt, eingezwängt zwischen zwei Straßen. Dunkles Holz am Boden und an den Wänden kontrastiert mit den helleren Tönen der Tische, von der Decke hängen historische Küchenutensilien, auch ein Vorsprung über der Holzvertäfelung ist mit altem Gerät dekoriert.

Wirt Marcus Gämmerler, der die Eierwiese seit zwölf Jahren betreibt, sucht immer mal wieder neue Dekorationsstücke für sein Lokal aus, setzt sie aber glücklicherweise so dezent ein, dass das Ganze nicht aufgemascherlt wirkt. Der Sinn für Ästhetik prägt auch den Garten des Lokals, der weit mehr ist als ein paar Tische im Freien unter Sonnenschirmen, sondern ein bezauberndes, herrlich schattiges Refugium. Kurzum: Die Eierwiese ist ein Gasthaus, das Behaglichkeit verströmt.

Im Wirtshaus Eierwiese scheint der Rummel der Stadt weit weg.

(Foto: Claus Schunk)

Kulinarisch fühlt man sich der Landhausküche verpflichtet. "Feine bayerische Köstlichkeiten neu interpretiert, alpenländische Klassiker und hervorragendes Fleisch - dafür steht die Eierwiese", heißt es auf der Homepage. Das führt zu einer Speisekarte, die in der Tat um einiges variantenreicher ist als in einem klassischen bayerischen Wirtshaus.

Zum Beispiel beim Salat. In der Stadt haben sich raffinierte Salate längst als vollwertige Hauptmahlzeit etabliert, auf dem Land fristet der Salat leider immer noch oft ein Schattendasein. In vielen Wirtshäusern dümpelt er in einer wässrigen Sauce von undefinierbarem Geschmack traurig vor sich hin, womöglich auch noch mit Bohnen aus der Dose, ehe er als lieblose Beilage auf den Tisch kommt.