Von Tobias Matern und Kassian Stroh

Miefig und mit Salmonellen verseucht - seit der Entdeckung von Gammelfleisch in einer Passauer Firma gibt es wohl ein paar Vegetarier mehr in Bayern. Nun ermittelt der Staatsanwalt. Doch neu ist der Skandal nur für die Verbraucher.

Im Skandal um verdorbenes Wildfleisch hat die Staatsanwaltschaft Landshut Ermittlungen gegen die Firma Berger-Wild wegen eventueller Verstöße gegen das Lebensmittelrecht aufgenommen. In Frage käme auch Betrug, sagte ein Sprecher.

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Dem Unternehmen droht nun der Entzug seiner Betriebszulassung. Die Regierung von Niederbayern bestätigte derweil, bereits im Sommer 2004 über die Zustände bei Berger-Wild informiert worden zu sein.

Kontrollen des Veterinäramtes Anfang Januar hatten in der Firma "eklige Verhältnisse" offenbart, wie der Sprecher des Passauer Landratsamtes, Werner Kempinger, sagte.

Aufessen? Bloß nicht!

Bis Mittwoch wurden sechs Frischfleischproben aus dem Betrieb und zwölf Tiefkühlproben aus dem Handel als "nicht für den menschlichen Verzehr geeignet" eingestuft. Eine war sogar mit Salmonellen verseucht. Die Firma, deren Waren seit Dienstag zurückgerufen werden, gab am Donnerstag keine Stellungnahme ab.

Die Regierung von Niederbayern war bereits im Juli 2004 vom Hauptzollamt Landshut über die Zustände bei Berger-Wild informiert worden. Die Beamten hätten seinerzeit wegen illegaler Beschäftigung ermittelt und den Veterinär der Bezirksregierung um Fachauskünfte zu lebensmittelrechtlichen Fragen gebeten, erklärte Regierungssprecher Alfons Völk.

Dabei sei es etwa um Produktbezeichnungen, die Verlängerung des Haltbarkeitsdatums oder den Verkauf tiefgekühlter Ware als Frischfleisch gegangen.

Da der Zoll aber um Stillschweigen gebeten habe, sei die Veterinärverwaltung über die üblichen Kontrollen hinaus nicht tätig geworden, sagte Völk.

"Inwieweit ein Handeln geboten gewesen wäre, wird von uns geprüft." Die katastrophalen hygienischen Zustände habe es seinerzeit aber noch nicht gegeben, betonte Völk.

Hygienische Situation eskaliert

Nach Informationen der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten wurden die Bezirksregierung, die Staatsanwaltschaft Landshut und die Kriminalpolizei in Passau im Juli 2005 auch über die hygienischen Mängel bei Berger-Wild informiert. Dies wurde von der Staatsanwaltschaft gestern dementiert.

Die Wildfleisch-Firma sei in den vergangenen Jahren von den Veterinären des Landratsamtes elfmal kontrolliert worden, teilte Gesundheitsminister Werner Schnappauf mit.

Dabei habe sie auch kleinere Verstöße gegen Bau- und Hygienevorschriften moniert. In den letzten Monaten sei die hygienische Situation dann "eskaliert".

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