Unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Die Schülerin, die nach einem Wiesnbesuch vergewaltigt wurde, hat vor Gericht ausgesagt.
Im Prozess um die Vergewaltigung einer mit K.o.-Tropfen betäubten Schülerin nach einem Wiesnbesuch hat das Landgericht am Mittwoch die Öffentlichkeit während der Aussage des Opfers ausgeschlossen.
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Die heute 22-Jährige war der Anklage zufolge im Oktober 2007 von drei jungen Männern in ihre Wohnung eingeladen worden. Dort soll sie zunächst betäubt und dann von zwei Tätern stundenlang vergewaltigt worden sein. Ein dritter soll die Tat mit einem Handy fotografiert haben.
Die Bilder waren bei einer Drogenrazzia in der Wohnung von einem Angeklagten gefunden worden und hatten eine monatelange Suche nach dem unbekannten Opfer ausgelöst, von dem man nur den Vornamen "Lisa" wusste.
Erst als der Prozess schon lief, meldete sich die junge Frau bei der Polizei. Die beiden mutmaßlichen Vergewaltiger schweigen bisher. Die Vernehmung von "Lisa" war begleitet von scharfen Sicherheitsvorkehrungen, etliche Polizeibeamte in Zivil waren zugegen.
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(SZ vom 13.08.2009/alek/sonn)
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Die neueste Antwort
"ohne dass das Opfer wie sonst schwer traumatisiert zurückbleibt." ???
Hilfe, glaubt jemand ernsthaft, ein Opfer sei dank k.o.-Tropfen *nicht* traumatisiert?! Es ist leider nicht nur traumatisch, eine Vergewaltigung mitzubekommen und sich hinterher daran zu erinnern. Es ist auch traumatisch, eine Vergewaltigung mitzubekommen (= Trauma! Das geht nicht spurlos am Gehirn vorbei!!) und sich hinterher infolge von Amnesie *nicht* (bewußt) zu erinnern. Und es ist auch traumatisch, sich schlicht an nichts zu erinnern und erst nach und nach herauszufinden, vergewaltigt worden zu sein.
Klar, Ausnahmen gibt's bestimmt - es gibt ja auch Menschen, die fallen aus dem 7. Stock und überleben das mit ein paar Prellungen. Aber das "Normale" ist leider, daß auch Opfer, die im Zustand der Bewußtlosigkeit vergewaltigt wurden (und das ist weit mehr, als k.o.-Tropfen leisten!), ein erhebliches Trauma davontragen. Das fängt damit an, daß k.o.-Tropfen genau den gleichen Kontrollverlust wie jede andere Vergewaltigung auslösen - und auch die Ängste, es könne ja wieder passieren. Und es geht weiter mit dem für das menschliche Gehirn sehr schwer verdaulichen Gefühl/Wissen, eine Amnesie erlitten zu haben. Dann die Frage: Was ist eigentlich passiert - hätte man es irgendwie verhindern können, das Getränk vermeiden, gar hinterher mehr Gegenwehr leisten können? (Letzteres setzt eh sehr vielen Vergewaltigungsopfern zu.) Alles unbeantwortbar, da der Hergang ja nicht erinnert wird! usw. usw.
Kurz: Amnesie schützt (leider!) absolut nicht vor Trauma. Und wie bei Mißbrauch üblich, kann so ein Trauma direkt oder zeitlich verzögert einsetzen. Vergewaltigungen haben leider in der Regel lebenslange (!) Folgen...
Da haben sich zwei Studenten auf effektivst-mögliche Weise um ihre Zukunft gebracht. Man könnte der bitteren Geschichte aber zumindest als positiv abgewinnen, dass zwei Vergewaltiger hinter Gitter kommen, ohne dass das Opfer wie sonst schwer traumatisiert zurückbleibt. Und dass es Anlässe gibt, stolz auf die Polizei zu sein.